Musikzug feiert 70. Geburtstag

Verfasser: Musikzug Wildflecken e.V.
Datum: 20.05.2017 20:59
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Jürgen Köstler (Quelle Anke Gundelach)

Trommelvorspiel, Locke, Fanfarenruf! Diese Stücke hat man bei Festzügen in der Vergangenheit hundertfach vom Musikzug Wildflecken gehört – bis der Spielmanns- und Fanfarenzug dann 1996 mangels Musiker aufgelöst wurde. Am Samstagabend erlebte die Formation im Wildfleckener Sportheim eine kurze Wiederauferstehung. Zum Jubiläum 70 Jahre Musikzug Wildflecken gaben sich etliche Spielmannszugveteranen nochmals die Ehre. Der Musikzug Wildflecken, der seit gut 20 Jahren nur noch aus der Blaskapelle besteht, feierte sein Jubiläum als Kombination aus Frühjahrskonzert mit Ehrungen, launigem Blick in die Geschichte und buntem Abend. Der Aufmarsch von fast dreißig Spielleuten, die sich zur Feier des Tages unter der Führung von Tambourmajor Albin Kleinheinz noch einmal zusammengefunden hatten, wurde von den Besuchern mit frenetischem Applaus gefeiert. Ein kleiner Gemeinschaftschor mit der Blaskapelle, die am anderen Ende des Saals spielte, war der Höhepunkt des Abends. Die größten Stars des Abends waren freilich vier Senioren, die eine sehr seltene Leistung vollbracht haben. Walter Höhl (Tenorhorn), Bernhard Leitsch (Klarinette), Adalbert Müller (Trompete) und Georg Gundelach (Tenorhorn) sind seit der Gründung der Wildfleckener Blaskapelle 1947 als Musiker dabei. Sie wurden für 70 Jahre aktives Musizieren geehrt. „Das hatte ich bis jetzt noch nie. Respekt!“, sagte Birgit Döhler anerkennend, die als Bad Kissinger Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbunds die Ehrungen vornahm. Die Jugend, meinte sie, könne sich an ihnen ein Beispiel nehmen. Jeder der vier durfte neben Ehrennadel und Urkunde auch noch einen großen Präsentkorb des Musikzugs Wildflecken für die langjährigen Verdienste mit nach Hause nehmen. Musikalisch hatte Ralf Gundelach ein Programm zusammengestellt, das sowohl die Gegenwart als auch die Vergangenheit würdigte. Lieblingsmärsche der Kapelle kamen ebenso zur Aufführung wie lange nicht mehr Gespieltes aus dem Fundus, wie das Medley „Mixed Pickles“ oder der Konzertknaller „Moment for Morricone“. Weil er auch der Moderator des Abends war, wurde Ralf Gundelach am Dirigentenpult zwischendurch von Manuela Möller und Andreas Kleinhenz tatkräftig unterstützt. Letzterem war es dann auch noch vorbehalten, mit einem Trompetensolo zu glänzen. Schon als 15-Jähriger hatte sich der studierte Musiker seinerzeit an den Mitternachtsblues von Franz Grothe gewagt. Jetzt bewies er, dass er das Stück immer noch drauf hat. Der Jubiläumsabend des Musikzugs wird sicher in Erinnerung bleiben und vielleicht in die Vereinsgeschichte eingehen. Es wurde gelacht, gejubelt und ab und zu ein Tränchen verdrückt. Bild: v.l.n.r. Vorsitzender Steffen Fröhlich, Walter Höhl, Bernhard Leitsch, Adalbert Müller, Georg Gundelach und Kreisvorsitzende Birgit Döhler