Das Kreisorchester Lichtenfels fährt zur Weltmeisterschaft nach Kerkrade

Verfasser: Kreis Lichtenfels
Datum: 20.07.2017 22:54
Webseite: https://www.facebook.com/kreisorchesterlichtenfels/


Musik ist unser Atem: Das Kreisorchester Lichtenfels probt für den WMC in Kerkrade.

Musik ist unser Atem Lichtenfels. Das Kreisorchester Lichtenfels startet am Freitag den 21.07.2017 zu seiner Konzertreise nach Kerkrade in den Niederlanden. Dort findet der World Music Contest (WMC), eine Weltmeisterschaft für Blasorchester statt. Das Lichtenfelser Orchester wurde für die dritte Division zugelassen und spielt sein Pflicht- und sein Kürstück am Sonntagvormittag der Jury vor. Am Dienstag fand die letzte Probe vor der Konzertreise in der Turnhalle der St.-Katharina-Schule in Lichtenfels statt. Kreisdirigent Christian Stenglein ist guter Dinge: „Wir haben mit dem Pflichtstück in unserer Kategorie eine Aufgabe bekommen, die für jeden horizonterweiternd ist.“ The Land of Zarathustra sei zunächst einmal gewöhnungsbedürftig gewesen. „Die Melodien, Rhythmen und Harmonien sind für das mitteleuropäische Ohr erst einmal neu. Wir haben diese Herausforderung angenommen und ich bin nach der letzten gemeinsamen Probe in Deutschland bester Dinge, das wir unsere Stücke hervorragend präsentieren werden.“ Der Weg dahin war hürdenreich. Der WMC ist inzwischen so gefragt, dass vielen Bewerbungen nur eine begrenzte Zahl an Plätzen gegenübersteht. Das Kreisorchester musste sich für die Teilnahme mit einem liven Audio- und Videomitschnitt bewerben, sowie sich einem umfangreichen Bewerbungsverfahren unterziehen. „Ich habe dafür aus unserem Konzert in der Kordigasthalle Mount Blanc von Otto M. Schwarz und Ross Roy von Jacob de Haan ausgewählt und eingesendet“, sagt Stenglein. Die weltweiten Anfragen sind enorm. Stenglein meldet das Kreisorchester in der niedrigsten von vier Kategorien: „Das entspricht bei uns der Höchststufe. Bei uns gibt es nicht mehr – beim WMC fängt es da erst an.“ 200 Orchester haben sich für diese Kategorie beworben, 33 sind zugelassen worden. Allein das ist schon ein Ansporn für die 75 Musiker aus dem Landkreis Lichtenfels. „Nur zum Vergleich: Vor uns spielt ein Orchester aus Kolumbien das gleiche Stück, die kommen mit über 100 Musikern“, sagt Stenglein. Er hat die Atmosphäre des WMC schon einmal geschnuppert. Er war mit einer Delegation eingeladen, beim Eröffnungskonzert dabei zu sein. Dort spielte das St.-Aemiliaan-Orchester aus Kerkrade, welche die Gründung des WMC in den 1950er Jahren initiierten. Dieses Orchester wird im Herbst nach Lichtenfels kommen und am 21. Oktober zusammen mit dem Kreisorchester Lichtenfels ein Gemeinschaftskonzert in der Stadthalle Lichtenfels geben. „Das Schöne an solchen Projekten ist doch, dass die Gemeinschaft der Musiker untereinander wächst – und das überträgt sich auf das Musikalische. Internationale Bekanntschaften und horizonterweiternde musikalische Eindrücke wird jeder mit nach Hause tragen“, sagt der Kreisdirigent, der seinen Musikern mit einem Augenzwinkern empfiehlt nach Möglichkeit schon einmal vorzuschlafen. Damit die dreitägige Konzertreise überhaupt zustande kam, haben hinter den Kulissen der Orchesterrat und der Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes, Horst Sünkel, mächtig gewirbelt. „Ich kann allen nur danken, die in dieser kurzen Zeit das alles auf die Beine gestellt haben. Wir haben eine tolle Kreisvorstandschaft auf die man stolz ist.“, lobt Sünkel. Es gibt zwar Punkte für den Vortrag, doch die Stimmung ist kollegial. „Ich habe in Kerkrade erlebt, dass dort jeder auch den anderen alles gönnt. Das ist ein wunderbares Gefühl“, sagt Stenglein nach seinem Besuch. Um das Festivalgeschehen auch zuhause nachvollziehen zu können, hat der WMC einen live-Stream im Internet eingerichtet. Er ist erreichbar unter www.wmc.nl/nl/live. Übertragen werden die Auftritte von Show- und Marchingbands aus dem Stadion in Kerkrade. „Musik ist unser Atem“, das ist das Kredo, dieses Festivals. „Das ist die Stimmung, die wir aufsaugen möchten und wieder mit nach Hause bringen möchten, um sie bei unseren Orchestern im Landkreis weitergeben zu können“, sagt Kreisdirigent Stenglein. Text und Foto: Tim Birkner