Brassklänge in der Pfarrkirche St. Kilian Scheßlitz

Verfasser: Brass Band Bamberg
Datum: 13.02.2018 07:48
Webseite: https://www.facebook.com/BrassBandBamberg/


Plakat Brassklänge Scheßlitz

Blechbläsern sagt man Geselligkeit und Gemütlichkeit nach. Am frühen Samstagmorgen hellwach und konzentriert zur Probe zu erscheinen mag nicht so recht in ihr Verhaltensmuster passen. Und doch sitzt an diesem Wochenendauftakt im Heim des Burgebracher Musikvereins die versammelte Brass Band Bamberg und schickt die ersten Liter Luft durch ihre Instrumente. Seit knapp vier Jahren stehen die 35 Musikerinnen und Musiker gemeinsam auf der Bühne und können bereits auf viele Konzerte und die Teilnahme an der Deutschen Brass Band-Meisterschaft 2016 zurückblicken. Damals holten sich die Bamberger bei ihrem Einstand auf der Wettbewerbsbühne den Sieg in der Mittelstufe, der nach englischem Vorbild sogenannten 3rd Division. Im Folgejahr gründeten sie den „Brass Band Bamberg e. V.“. Im Vorstand sitzen durch einstimmiges Votum Rupert Motschenbacher, Simon Ehnes, Markus Neser, Michael Schmutzer und Carmen Piontek. Motschenbacher will gleich mit Vollgas starten: „Bislang haben wir als Projektband gespielt, mit begrenzter Probenanzahl und vielen Besetzungswechseln. Da muss man nach längeren Pausen ständig von vorne anfangen. Jetzt haben wir mit dem Verein als unserem Baby die Chance, über längere Zeit etwas aufzubauen und das Level nach oben zu treiben.“ Der Name Brass Band Bamberg ist eine Hommage an die Heimat der Musiker und an den Kreisverband Bamberg des Nordbayerischen Musikbundes, von dem die Band in den Anfangsjahren großzügige Starthilfe erhalten hat und dem sie treu bleiben möchte. Schließlich entstammen alle Musiker hiesigen Vereinen und sind nicht nur in der Brass Band-Szene zu Hause: „Wir stehen zu unserer Tradition, jeder hier spielt auch böhmische Blasmusik, doch ein Blechblasinstrument kann deutlich diffiziler, farbiger und charakterreicher sein“, erklärt Motschenbacher seine Motivation. Heute gibt Franz Matysiak sein Debüt als neuer Dirigent der Band und schwört seine Mannschaft auf die Deutsche Meisterschaft 2018 ein. Der studierte Bassposaunist hat sich nach Orchesterengagements in München, Bamberg und den USA dem Dirigieren verschrieben und ist ein Pionier der Brass Band-Bewegung in Deutschland. Als künstlerischer Leiter der Bayerischen Brass Band Akademie gelang ihm mit deren Flaggschiff, der 3BA Concert Band, fünfmal in Folge der Sieg in der höchsten Klasse der Deutschen Meisterschaft sowie der Sieg in der B-Section der Europameisterschaft, so etwas wie dem UEFA-Cup der Brass Band Szene. „Eine Brass Band ist wie ein Sportwagen, flink, mit viel Power, wendig und agil“, begründet der neue Chef seine Begeisterung. Die Verantwortung der Musiker sei entsprechend groß: „Die meisten sind ja schon alte Haudegen mit viel Erfahrung in allen Arten von Bands, Orchestern oder Stilen. Aber oft kommt man hierzulande ohne Vorbereitung zur Probe und der Dirigent probt dann mit jedem seine Stimme, was furchtbar langweilig ist. Man muss erkennen, dass die individuelle Vorbereitung der Werke der ausschlaggebende Faktor über Erfolg und Misserfolg ist.“ Wohl wahr, schließlich will man heuer eine Klasse höher, in der 2nd Division antreten. Das bedeutet monatelange akribische Vorbereitung. Rasende Melodieverläufe, diffizile Rhythmik und jede Lautstärkestufe von fragil bis bombastisch, mitunter im sekündlichen Wechsel, machen es den Musikern nicht leicht. Die große B-Tuba muss zuweilen flinker sein als so manche Klarinette in der traditionellen Blasmusik. Und die Wertungsrichter verzeihen keine Fehler. Über 20 Minuten muss jeder Ton an Ort und Stelle sein, sonst wird es mit dem Sieg schwer. Diese Spannung wird geradezu greifbar, hört man den Musikern ein wenig beim Proben zu. Die Blicke sind hochkonzentriert nach vorne gerichtet, es herrscht ein gewaltiger Luftverbrauch und bei jedem gelungenen Solo gibt es anerkennendes Schulterklopfen von den Satzkollegen. Jeder legt sich für die Band ins Zeug. Simon Ehnes sitzt im Kornettsatz und hat sein heimisches Üben im Dienste der Brass Band deutlich nach oben geschraubt, so wie seine Kollegen: „Man merkt, dass die Musiker sich verbessern wollen. Das erlebt man nicht in jedem Orchester, in der Brass Band schon. Hier sitzt niemand, der nicht auf den Punkt motiviert ist.“ Auch vom Dirigenten gibt es Lob: „Was mir an den Bambergern gefällt ist, dass sie hungrig sind. Nach der ersten Probe ist klar, dass wir gut zusammenpassen. Ich habe die Aufgabe eine tolle Band daraus zu formen, die überzeugt und Spaß an Leistung hat. Und darauf freue ich mich!“ Seinen Bamberger Konzerteinstand feiert der neue Chefdirigent am 17.02.2018 um 18.30 Uhr in Redwitz a. d. R. Und am 18.02.2018 um 16:00 Uhr in Pfarrkirche St. Kilian Scheßlitz. Der Eintritt ist frei! Der Verein sucht übrigens noch aktive Mitglieder. Vor allem die Tubisten können noch reichlich Unterstützung gebrauchen. Willkommen sind auch passive Mitglieder bzw. Sponsoren, die den Verein gerne mit finanziellen Mitteln unter die Arme greifen. Wann? Sonntag, 18. Februar 2018 um 16:00 Uhr Text: Tim Förster