Fulminantes Adventskonzert

Verfasser: Musikzug Wildflecken e.V.
Datum: 12.12.2018 20:12
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Jürgen Köstler (Quelle, Sebastian Schmitt)

Stehende Ovationen und minutenlangen Applaus gab es für die Akteure bei der festlichen Bläsermusik des Wildfleckener Musikzuges in der Pfarrkirche Sankt Josef. Kaum ein Platz blieb frei bei dieser traditionsreichen Veranstaltung im Advent. Dass dieses vorweihnachtliche Konzert überhaupt stattfinden konnte, sei beileibe keine Selbstverständlichkeit gewesen, erläuterte Steffen Fröhlich, Vorsitzender des Musikzuges. Denn ein gesundheitlicher Schicksalsschlag hat die musikalische Leitung des Wildfleckener Ensembles hart getroffen. Musiklehrer Andreas Kleinhenz erklärte sich kurzfristig dazu bereit, den Musikzug auf das Konzert vorzubereiten und vorläufig auch als Dirigent einzuspringen. "Ohne die Bereitschaft von Andi Kleinhenz, sich als Dirigent zur Verfügung zu stellen, wären wir heute überhaupt nicht hier", machte Vorsitzender Fröhlich deutlich, der bei der Blaskapelle selbst an der Querflöte mitmacht.Vielfältig und abwechslungsreich wurde das musikalische Programm gestaltet, das vom "Winter Wonderland" über die Ode an die Freude bis hin zu "Jingle Bells" und dem "Little Drummer Boy" reichte. Zwischendurch gab es immer wieder viel Wissenswertes über die Komponisten, den zeitgeschichtlichen Hintergrund der Musikstücke und die besinnliche Adventszeit an sich.Besonders war diesmal der Wechsel zwischen ganz unterschiedlichen Formationen. Den Großteil des Programms absolvierte natürlich die Blaskapelle des Musikzuges mit knapp vierzig Musikern im Altarraum unter der Leitung von Andreas Kleinhenz. Doch auch die Jugendkapelle mit 13 Musikern kam zu ihrem Recht. Mit Klarinette, Saxophon, Tenorhorn, Trompete, Posaune und Schlagwerk bilden die jungen Musiker schon heute die Zukunft des Wildfleckener Musikzuges ab. Das Duett "Paris Dance" mit Franca Schmitt am Klavier und Janina Rest am Saxophon bewies eindrucksvoll, welch großes musikalisches Potenzial vorhanden ist.Die "Musiker Oberweißenbrunn" unter der Leitung von Daniela Wagner steuerten "Rock in the Mountain" und "A Star is shining tonight" zum Programm bei. Die "Traumflöten" bildeten mit ihren eher zarten und gefühlvollen Tönen einen wirkungsvollen Kontrast zum lautstarken Wirken der voll besetzten Blaskapelle. Mit Bass-, Tenor-, Alt- und Sopranflöten wurden die ganz unterschiedlichen Facetten eines meist zu Unrecht milde belächelten Instruments zur Geltung gebracht. Durch die ausgewogene Instrumentierung kamen die "Traumflöten" in dem großen Kirchenschiff mühelos und sehr präzise zur Entfaltung. Überhaupt war der muntere Wechsel der Dynamik vom pianissimo bis zum fortissimo possibile die große Stärke des adventlichen Konzertes.Weil Zugaben nachdrücklich mit viel Applaus vom Publikum eingefordert wurden, präsentierte der Musikzug ein fulminantes Medley aus altbekannten weihnachtlichen Melodien. Auch hierbei schaffte das Ensemble in beeindruckender Manier den Spagat zwischen schwermütig-melancholischen Weisen bis hin zu euphorisch-lobpreisenden Hymnen.Es ist aktuell durchaus eine sorgenvolle Zeit beim Wildfleckener Musikzug, aber Konzerte wie dieses am zweiten Adventssonntag machen Hoffnung auf eine positive Zukunft mit weiterhin ganz viel Musik. Ein Schlüssel zum Erfolg wird dabei auch sein, wie langfristig der Musikzug seine zahlreichen jungen Mitglieder für die durchaus vielseitige Blasmusik begeistern kann. Und wie langfristig die jungen musikalischen Talente hinsichtlich der beruflichen Perspektiven überhaupt in der Region bleiben können.