Eine glanzvolle musikalische Reise

Verfasser: Blaskapelle St. Ägidius Schmidmühlen e.V.
Datum: 03.05.2019 12:37
Webseite: https://www.onetz.de/oberpfalz/schmidmuehlen/1000-takte-blasmusik-id2704744.html


Das Orchester beim Osterkonzert

Blaskapelle St. Ägidius begeistert mit dem neuen Dirigenten Christian Bäuml. Josef Lobenhofers Marsch durfte nicht fehlen. Ostern ohne Konzert wäre wie Ostern ohne Osterhasen. 1000 Takte Blasmusik steuerte die Blaskapelle St. Ägidius Schmidmühlen zum Festausklang bei. Das Konzert am Ostermontag durfte auch in diesem Jahr nicht fehlen. Es war wieder ein glanzvollvorbereiteter Spaziergang mit ausgewählten Melodien aus der Musical-Welt, mit Konzertmärschen, Pop und Schlagern bis hin zu klassischen Konzertwerken, Szenen aus der Filmmusik und einfühlsamen Polkaklängen. Auf dem Dirigentenpodest in Schmidmühlen stand heuer nach 26 Jahren erstmals nicht Josef Lobenhofer, sondern Christian Bäuml. Wenige Tage vor Weihnachten des vergangenen Jahres war der beliebte und allseits geschätzte Dirigent gestorben, daher hatte es 2018 auch das traditionelle Weihnachtskonzert von St. Ägidius nicht gegeben. Die Schmidmühlener Blaskapelle hat aber inzwischen mit Christian Bäuml aus dem benachbarten Schwandorf einen engagierten Nachfolger gewinnen können. Für Christian Bäuml war das Konzert der Premierenauftritt mit der Blaskapelle St. Ägidius.Vonseiten des Nordbayerischen Musikbundes gratulierte Vorsitzender Gerhard Engel der Blaskapelle zu diesem gelungenen musikalischen Osterausklang. An den neuen Dirigenten gerichtet meinte er schlicht: „Gewagt und gewonnen“ – und das gilt für beide Seiten, um die hochkarätige Musikgeschichte der Blasmusik in Schmidmühlen fortzuführen. Als Auftaktstück hatte die Blaskapelle St. Ägidius den Konzertmarsch „Concert Fanfare“ von Kees Vlak ausgesucht. Mit dem von Josef Lobenhofer komponierten Konzertmarsch „Gruß an Schmidmühlen“ erinnerten die Musikerinnen und Musiker von St. Ägidius an ihren „Sepp“, der die Blasmusikgeschichte in Schmidmühlen fast 30 Jahre geprägt hat, davon 26 Jahre als musikalischer Leiter der Kapelle. Schön zuzuhören war natürlich ebenso dem „Concerto d’Amore“ mit seinen drei unterschiedlichen Stilrichtungen aus Barock, Pop und Jazz. Mit „Mazury Rhapsody“ luden die Musikerinnen und Musiker zu einer Reise ins Nachbarland Polen ein. Wer genau hinhorchte, der konnte Glockenklang und Gesänge heraushören, einer angespielten Mazurka frönen, den „Woiwoden Reitern“ zuschauen, sich zu gediegenen Polkaklängen wiegen und einem slawischen Tanz widmen – eben ein Stück polnische Volksseele einfangen. Aus der Feder von Dmitri Schostakowisch genossen die Zuhörer in Schmidmühlen die Musik des Walzers Nr. 2, der unter dem Namen „The Second Walz“ bei großen Musikveranstaltungen nie fehlen darf. Der Jubiläumsmarsch des Nordbayerischen Musikbundes war zu hören und mit dem Nachwuchsorchester ging man auf Musical-Tour mit Auszügen aus Les Miserables nach dem Roman „Die Elenden“. „Thoughts of Relaxation“ lud zu einer kleinen Entspannungsrunde ein und mit Harry Potters „Prisoner of Azkaban“ machte man einen Abstecher zu den weltweit erfolgreichsten Verfilmungen. Es war keine leichte Aufgabe in den vergangenen Wochen, das Orchester zu sammeln und mit den Musikerinnen und Musikern die ganze Bandbreite konzertanter Blasmusik einzustudieren. Aber sie haben es mit Bravour geschafft und wohl auch zu Ehren ihres verstorbenen Dirigenten Josef Lobenhofer gespielt. Das Konzertorchester lud zum Zuhören für den würdevoll dargebotenen Arsenal Marsch ein. Dessen elegante und festliche Marschmelodie geht auf das Jahr 1996 zurück, als er zum ersten Mal zur Eröffnung des Jubiläumsjahres des Kulturzentrums in Mechelen gespielt wurde. Zum Standardprogramm gehört mittlerweile auch die Polka vom „Böhmischen Traum“: „Wenn ich träum in der Nacht, träum ich immer nur von Dir“ heißt es in einer Zeile des Stücks von Norbert Gälle. Vielfach wird der Böhmische Traum auch als die Nationalhymne der Blasmusik bezeichnet und der hörte natürlich auch das Schmidmühlener Publikum in der Schulturnhalle mit Begeisterung zu. Weiter ging es in die Welt des Pop: Die Blaskapelle präsentierte mit einem Abba-Gold-Medley die Welterfolge der schwedischen Gruppe. Da war die „Dancing Queen“ ebenso zu hören wie „Mama Mia“, „Fernando“ und nicht zuletzt „The Winner takes it all“, also der Gewinner bekommt alles. In Schmidmühlen war dies riesiger Applaus für die Musikerinnen und Musiker um Dirigent Christian Bäuml. Nur wenige mögen es bemerkt haben, dass er sich ein paar „Lampenfieberschweißperlen“ nach seinem ersten Dirigat bei einem großen Auftritt von St. Ägidius von der Stirn gewischt hat. Nicht geizig waren die Musiker mit ihren Zugaben: Sie spielten den Marsch „Mir sein die Kaiserjäger“ aus der K-&-K-Zeit, den immer gern gehörten „Deutschmeister Regimentsmarsch“ und natürlich die Bayernhymne als würdevollen Abschluss eines tollen Osterkonzerts.