Spaß statt Hexenwerk am Dirigentenpult

Dirigieren macht Spaß! Zu dieser Erkenntnis kamen die 20 jungen und jung gebliebenen Teilnehmer am zweiten Lehrgang „Orchesterassistent“ des NBMB.   Lief ab am 20-4-2017

Die Teilnehmer am zweiten Lehrgang „Orchesterassistent“ mit Lehrgangsleiter Christian Steinlein (rechts). (Foto: Andreas Kleinhenz)

Die Teilnehmer am zweiten Lehrgang „Orchesterassistent“ mit Lehrgangsleiter Christian Steinlein (rechts). (Foto: Andreas Kleinhenz)

Dirigieren ist kein Hexenwerk, sondern macht Spaß – das lernten die Teilnehmer am Lehr-gang „Orchesterassistent“ des NBMB unter anderem bei Dozent Jochen Hart (2. von rechts). (Foto: Andreas Kleinhenz)

Dirigieren ist kein Hexenwerk, sondern macht Spaß – das lernten die Teilnehmer am Lehr-gang „Orchesterassistent“ des NBMB unter anderem bei Dozent Jochen Hart (2. von rechts). (Foto: Andreas Kleinhenz)

Dirigieren macht Spaß! Zu dieser Erkenntnis kamen die 20 jungen und jung gebliebenen Teilnehmer am zweiten Lehrgang „Orchesterassistent“ des Nordbayerischen Musikbunds (NBMB). Zwei Wochenenden lang beschäftigten sie sich an der Musikakademie in Ham-melburg ganz ohne Prüfungsstress mit Partituren, Probenpädagogik, Musiktheorie und Di-rigieren. Am Ende wollte ein Großteil der Teilnehmer weiterführende Kurse besuchen, be-richtet Lehrgangsleiter Christian Steinlein.

„Der Lehrgang war cool“, sagt Hannah Kleinhenz. Der jungen Musikerin hat das Dirigieren am besten gefallen, das mit den drei Dozenten zunächst in kleinen Gruppen geübt wurde. Als es dann an die reflektierte Probe mit dem Orchester ging, „waren wir alle sehr aufge-regt“, lacht Hannah Kleinhenz. Doch „wenn man zwei Minuten vorne gestanden hat, war die Nervosität weg“, berichtet sie. Dann stellen die Teilnehmer auf einmal fest, dass Dirigieren kein Hexenwerk ist, erklärt Steinlein. Dafür erleben sie, wie viel Spaß es macht, wenn die Musiker das umsetzen, was sie als Dirigenten anzeigen und merken „was da alles zurückkommt“. So manchem Teil-nehmer traut Steinlein durchaus eine Dirigentenlaufbahn zu.

Auf der anderen Seite erlebten die Teilnehmer auch, dass Dirigieren „schwerer ist als man denkt“, sagt Hannah Kleinhenz: Man muss nicht nur die Schlagbilder beherrschen und die Partitur fast auswendig kennen, sondern den Impuls beibehalten, alle Einsätze geben, die Dynamik anzeigen, Körpersprache beherrschen und beim Abreißen sofort erklären kön-nen, was falsch lief. In ihrer Achtung ist der Dirigent seit dem Lehrgang deutlich gestiegen.

Spannend fand die Musikerin die Aufwärmübungen von Dozent Maximilian Mauder: Er vermittelte Taktgefühl und Rhythmus unter anderem über Sprechgesänge mit Pizzabelägen im Kanon oder arbeitete mit Body-Percussion. Außerdem informierte Mauder über Akkor-de, Drei- und Vierklänge als „Grundhandwerkszeug“ für das Partiturstudium, das Jochen Hart den Teilnehmern nahe brachte. Christian Steinlein hatte den Bereich Probenpädagogik und -planung sowie die Grundlagen des Dirigierens übernommen.

Er betont, dass jeder Einzelne beim Lehrgang sehr viel dazu gelernt hat. So traut sich Hannah Kleinhenz nun zu, auch einmal eine Registerprrobe zu übernehmen. Sie fand die Lehrgangstage zwar „anstrengend“, aber auch schön und schätzte das abendliche Zusam-mensitzen. Die Musiker zwischen 14 und 40 aus ganz Nordbayern seien „gut zusammen-gewachsen“, findet auch Steinlein.

Er freut sich, dass das Konzept des NBMB, über den Orchesterassistenten zu anderen Lehrgängen hinzuführen, offenbar aufgegangen ist. Denn beim zeitgleichen Bläserklassen-leiterkurs traf er einige Orchesterassistenten-Teilnehmer aus dem vergangenen Jahr wie-der. Der Lehrgang sei auch lange nicht so stressig wie etwa D-Lehrgänge, weil keine Prü-fung anstand, meint Hannah Kleinhenz. Jeder Teilnehmer habe trotzdem Leistung gebracht – aber der Sache wegen und nicht wegen einer Benotung, erklärt Steinlein.


Von: Daniela Hollrotter, Pressebeauftragte des NBMB, 20.03.2017

« zurück

Nach oben