Großer Erfolg für internationalen Dirigentenwettbewerb - NBMB holte Teilnehmer an die Hochschule nach Würzburg

18 Dirigenten aus ganz Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz waren Ende Februar nach Würzburg gekommen, um sich einer internationalen Jury zu stellen. Die Gewinner sind Tobias Haussig aus Esslingen und Marvin Stutz aus Karlsruhe.   Lief ab am 28-3-2018

Die Preisträger Tobias Hassig (links), und Marvin Stutz (2. von rechts) zusammen mit der Juryvorsitzenden Isabelle Ruf-Weber und Prof. Ernst Oestreicher. (Foto: privat)

Die Preisträger Tobias Hassig (links), und Marvin Stutz (2. von rechts) zusammen mit der Juryvorsitzenden Isabelle Ruf-Weber und Prof. Ernst Oestreicher. (Foto: privat)

Einige der teilnehmenden Dirigenten zusammen mit (von links) Prof. Ernst Oestreicher, Juryvorsitzender Isabelle Ruf-Weber, MdB Paul Lehrieder und dem Präsidenten der Hochschule, Prof. Dr. Christoph Wünsch, vor dem Nordbayerischen Jugendblasorchester. (Bild: privat)

Einige der teilnehmenden Dirigenten zusammen mit (von links) Prof. Ernst Oestreicher, Juryvorsitzender Isabelle Ruf-Weber, MdB Paul Lehrieder und dem Präsidenten der Hochschule, Prof. Dr. Christoph Wünsch, vor dem Nordbayerischen Jugendblasorchester. (Bild: privat)

Marvin Stutz aus Karlsruhe ist der große Gewinner des Internationalen Dirigentenwettbewerbs, den der Nordbayerische Musikbund (NBMB) in Würzburg veranstaltet hat. Stutz holte sich sowohl den 3. Preis der Jury, als auch den Orchesterpreis, den das Nordbayerische Jugendblasorchester (NBJBO)  ausgelobt hatte. Den 2. Preis erhielt Tobias Haussig aus Esslingen, ein 1. Preis wurde nicht vergeben.

18 Dirigenten aus ganz Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz waren Ende Februar in die Hochschule für Musik Würzburg gekommen, um sich zwei Tage lang einer internationalen Jury unter dem Vorsitz von Isabelle Ruf-Weber (Schweiz) zu stellen. 

In der ersten Runde galt es, ein per Los ausgewähltes Solowerk mit Klavierbegleitung zur dirigieren. Der Schwerpunkt lag dabei „auf der Sicherheit beim Dirigieren und dem Unterordnen unter einen Solisten“, so Bundesdirigent Prof. Ernst Oestreicher, der den Wettbewerb für den NBMB in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik Würzburg ausgeschrieben hatte.

Als Solisten bei den Konzerten von Alexander Arutjunjan, Carl Maria von Weber und Bert Appermont standen Mitglieder des Nordbayerischen Jugendblasorchester (NBJBO) und Studierende der Hochschule zur Verfügung: Sina Herbst und Verena Haberkorn (Klarinette), Kai Begemann (Posaune) und Manuel Scheuring (Trompete), die von den Dozenten der Hochschule für Musik, Emi Ogino und Wolfgang Bamberger, am Klavier begleitet wurden.

Die Hälfte der Teilnehmer schaffte es in die zweite Runde des Wettbewerbs, bei der das Dirigieren im Fokus stand. Mit dem NBJBO  präsentierten sie sehr unterschiedliche Interpretationen der „Jubilee Overture“ von Philip Sparke und des „Lied ohne Worte“ von Rolf Rudin, der selbst vor Ort war. Prof. Oestreicher hatte die beiden sehr gegensätzlichen Pflichtwerke ausgewählt.

Für die Finalrunde, eine knapp einstündige Probe mit dem NBJBO, hatte die Jury noch vier Teilnehmer zugelassen. Das zu probende Werk war am Vorabend ausgelost worden, zur Wahl standen Alfred Reeds Armenische Tänze Nr. 1, George Gershwins Cuban Overture, James Barnes Symphonic Overture und By the River von Jan van der Roost.

Zum Abschluss präsentierten sich die beiden Preisträger bei einem Abschlusskonzert im großen Saal der Hochschule für Musik der Öffentlichkeit. Sie dirigierten dabei je zwei Werke aus dem Wettbewerbsprogramm, Prof. Ernst Oestreicher leitete die beiden anderen Werke, die das NBJBO für den Wettbewerb einstudiert haben. Der künstlerische Leiter des Orchesters holt nun zur nächsten Projektphase des NBJBO im Sommer Preisträger Marvin Stutz dazu, der dann mit ihm das Orchester leitet.

Der Präsident der Hochschule für Musik Würzburg, Prof. Dr. Christoph Wünsch, bedankte sich bei ihm, dass er diesen Wettbewerb in der Hochschule organisiert hat. Denn die Zusammenarbeit mit den Laienmusikverbänden sei für ihn ein wichtiges Anliegen. Auch Heiko Schule, Bundesmusikdirektor der BDMV und Mitglied der Jury, zeigte sich erfreut von der Initiative des NBMB: „Dieser Wettbewerb könnte zum Prototyp für zukünftige Dirigentenwettbewerb der symphonischen Bläserszene werden. Der NBMB und sein Bundesdirigent  haben wieder einmal ihre Vorreiterrolle als Ideengeber für neue Entwicklungen im Blasmusikwesen unter Beweis gestellt“.

Präsident Paul Lehrieder MdL (Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände – BDMV) sprach ebenfalls von einem wichtigen Meilenstein in der Entwicklung des bläserischen Musizierens. Denn hochqualifizierte Dirigenten würden stets benötigt, um dem wachsenden Qualitätsanspruch zu genügen. Dass die Qualität beim Wettbewerb sehr hoch war, betonte die Vorsitzende der Jury, Isabelle Ruf-Weber. Als Juroren wirkten neben ihr Prof. Yuuko Amanuma, Timor Chadik, Michael Euler, Wolfgang Heinrich, Robert Kuckertz, Wolfgang Kurz und Heiko Schulze.

Für das NBJBO und seinem künstlerischen Leiter Prof. Ernst Oestreicher war der Wettbewerb auch Auftakt zum 30-jährigen Bestehen des Auswahlorchesters im NBMB. Im Jahr 1988 hatte Oestreicher das NBJBO gegründet und in den 30 Jahren ständig persönlich geleitet, Gastdirigenten und -solisten eingeladen und in herausragenden Konzerten besondere musikalische Akzente gesetzt. 

Mehrere Tonträger sind in diesem Zeitraum entstanden, darunter die neue CD „Sempre avanti“ – immer voran, die das NBJBO in Würzburg dem Publikum vorstellte. In Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk entstanden die Aufnahmen dazu im Laufe des Jahres 2017. 


Von: Verbandspressebeauftragte Daniela Hollrotter, 28.02.2018

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