Weiter am Niveau der Kapellen feilen

„Eine großartige Arbeit“, lobt Gerhard Engel, der Bezirksvorsitzende im Nordbayerischen Musikbund. Beim Kreisverband Schwandorf, dem Aktivsten in der Oberpfalz, sei "die Begeisterung für die Musik erlebbar".

Die Nachwuchsförderung ist dem Kreisvorsitzenden Joseph Ferstl eine Herzensangelegenheit. Beim Jungbläser-Coaching im Kreisjugendorchester wird er dabei unterstützt vom musikalischen Leiter Stefan Neger (rechts) und der stellvertretenden Kreisdirigentin Conny Gaschler (links).

Nabburg. (bph) Engels Dank galt den engagierten Musikerinnen und Musikern, den Vorständen und Dirigenten insbesondere der rührigen Führungsmannschaft mit Vorsitzendem Joseph Ferstl an der Spitze. Gemeinsam anspruchsvolle Musik zu spielen und damit nicht nur sich selbst sondern auch den vielen begeisterten Zuhörer Freude zu bereiten sei nach Vorsitzendem Ferstl die Motivation der rund 1900 Instrumentalisten in den 32 Mitgliedsvereinen im Landkreis Schwandorf. Das Durchschnittsalter der Musikerinnen und Musiker liege bei 26 Jahren.

Dass weiter am hohen Niveau der Kapellen „gefeilt“ werde belegte der Sprecher mit den verschiedensten Fortbildungsmaßnahmen. Es waren das Musikwochenende in Ensdorf mit 43 Teilnehmern, Workshop Theorie D1 Vorbereitung (71), D1-Vorkurs und Prüfung (62). Dazu das Jungbläser-Coaching und Kreisjugendorchester (54), der Workshop „Der Dirigent im Blasorchester“ mit Professor Johann Mösenbichler am 14./15. April mit 28 Anmeldungen, davon 13 Mal aktives Dirigieren. Schließlich noch Wertungs- und Kritikspiele (28./29. April) in der Grundschule Dürnsricht mit 16 Kapellen/Orchestern.

Auch was die Veranstaltungen betreffe könne der Kreisverband (KV) mit eindrucksvollen Zahlen aufwarten: Frühjahrsversammlung mit Neuwahl (11. April) mit Teilnehmern aus 21 Vereinen. Erwähnung fand das Bezirksmusikfest vom 11. bis 13. Mai mit 13 Kapellen (zehn KV Schwandorf, zwei KV Amberg, eine Gastkapelle). besonders erfreut zeigte sich Ferstl über das Kreiskonzert am 20 Oktober in der vollen Mehrzweckhalle in Oberviechtach mit vier Blaskapellen und einem Spielmannszug. „Die insgesamt 170 Musikerinnen und Musiker zündeten ein Feuerwerk exzellenter Bläsermusik“, so Kreisdirigent Anton Lottner im Nachhinein begeistert.

Von einer geordneten Kassensituation berichtete Schatzmeister Sebastian Lindner. Haupteinnahmequellen waren ein Zuschuss des Landkreises Schwandorf, Zuwendungen vom Nordbayerischen Musikbund (Bezirk und Verband) sowie Sponsoring verschiedener Banken und Firmen. Daraus können die laufenden Geschäftskosten wie Porto, Büromaterial, Kopien, Fahrt- und Repräsentationskosten oder sonstige Sachausgaben für den Kreisverband bestritten werden.

Mit „Stillstand ist Rückschritt“ informierte stellvertretender Bezirksvorsitzender Peter Gaschler über das Verbandsprojekt „No aweng besser wern!“ Da das Interesse an Wertungsspielen immer weniger werde stellte er die Frage in den Raum: „Wo wollen wir hin?“ Darum sei es wichtig, offen für neue Entwicklungen zu sein. In der für das Projekt geschaffenen Kommission wurden laut Teilnehmer Gaschler Konflikte offen angesprochen. Nie ging es dabei um Personen, immer nur um den Verband. Die optimale musikalische Förderung der Mitgliedsvereine solle auch künftig Vorrang haben.

Von Anfang an war im Projekt der Gedanke da, dass man die Erwartungen der Basis berücksichtigen will. Klar, dass man dazu die Vereine und die Musiker befragen müsse. Deshalb habe man sich dafür entschieden, ein „Stimmungsbild“ zu erheben. „Dabei geht es darum, einen Kommunikationsprozess anzustoßen und zu fördern. Es geht darum, das Gespräch und den Austausch, also „das Ringen um gute Lösungen im und für den Verein, in den Kreisverbänden, im Bezirk und nicht zuletzt im gesamten Musikbund anzustoßen.“


Von: Der Neue Tag, 05.11.18

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