Eine Heimat-„Hymne“ zum Doppel-Jubiläum

Das Kreisorchester Kronach gibt es seit 25, das Kreisseniorenorchester 50+ seit fünf Jahren. Gefeiert wurde mit einem gemeinsamen Konzert. Dabei durften sich die beiden Klangkörper und der ganze Landkreis über ein besonderes Geschenk freuen ...

Diese Überraschung ist gelungen: Eine „Hymne“ für unsere Blasmusik; eine Hymne für unseren Landkreis Kronach! Am Samstagabend wurden die begeisterten Besucher beim Gemeinschaftskonzert des Kreisorchesters und des Kreisseniorenorchesters 50+ im rappelvollen Kreiskulturraum nicht „nur“ Zeuge einer musikalischen Uraufführung, sondern zugleich auch eines bedeutsamen Ereignisses für den Landkreis: Im Auftrag des Kreisverbands Kronach des Nordbayerischen Musikbundes (NBMB) verewigte der Musiker und Komponist Holger Mück die Liebe zur Blasmusik wie auch zu unserer herrlichen Heimat in einer „Hymne“. Der zackig-flotte Konzertmarsch „Crana Musica“, deren lyrisch-gesangliche Melodie sofort ins Ohr und in die Herzen geht, soll zukünftig bei allen Gemeinschaftschören sowie zum Abschluss von jedem Konzert erklingen.

Liebeserklärung an die Musik und den Landkreis Kronach

„Ich habe einige Jahre immer wieder darüber nachgedacht, eine eigene Komposition für den Kreisverband Kronach im NBMB, aber auch für den Landkreis Kronach zu schaffen“, erklärte NBMB-Kreisvorsitzender Wolfgang Müller. Sein Vorschlag war von der Kreisvorstandschaft einstimmig am 14. Mai dieses Jahres befürwortet worden. Müllers großer Dank galt insbesondere auch Landrat Klaus Löffler, der ihn von Anfang an in diesem Vorhaben unterstützt hatte. Als Erinnerung an diesen einmaligen Tag überreichte er dem Landrat das gerahmte Notenblatt der Stimme des 1. Flügelhorns, führende Stimme der Böhmischen Blasmusik, symbolhaft für ihn - als führende Person im Landkreis Kronach. Holger Mück selbst dirigierte die Uraufführung der Komposition, deren Beauftragung für ihn - wie er bekundete - eine große Ehre dargestellt habe. Eingebettet war das melancholisch-mitreißende Landkreis-Stück in ein überwältigendes, über dreistündiges Konzert.

Die musikalische Eröffnung des Abends oblag den „Kreissenioren“. Das, was die 43 Mannsbilder und die zauberhafte Gabi Schlagenhaft aus 20 Vereinen boten, war taufrisch! Mit spürbarer Freude am gemeinsamem Musizieren spielten sie sich unter Leitung des stellvertretenden Kreisdirigenten Markus Schnappauf durch eine Reihe fröhlich-beschwingter Musikstücke - beginnend mit „Canto Ambrosiano“, eine stimmungsvolle Bearbeitung des Kirchenlieds „Großer Gott“. Zu hören waren Konzertmärsche und Polkas wie der „Marcha de Libertad“, die „Feuerfest-Polka“ mit „Schmied“ Hubert Martin am rhythmischer Amboss, Holger Mücks „Egerländer Sonntagsgruß“ sowie Kurt Gäbles „Velburg“ mit einer stimmungsvollen Gesangseinlage von Roland See als auch der „Mars der Medici“. In den Wilden Westen ging es mit Musik aus den „Winnetou“ und „Old Shatterhand“- Filmen. Der ganze Saal wippte mit bei einem Medley „Goldener Hits“ von James Last.

Im zweiten Programmteil trat das Kreisorchester in Erscheinung. Zum Jubiläum hatte Kreisdirigent Roman Steiger mit der Creme de la Creme der Musiker/innen im Landkreis besonders anspruchsvolle Musikliteratur einstudiert. Nach dem witzig-spritzigen Eröffnungswerk „Another Opening“ von Fritz Neuböck unternahmen die 68 Musiker/innen aus 23 Vereinen einen Spaziergang ans Meer in Begleitung eines Mädchens namens „Marinarella“- so der Titel der Konzertouvertüre von Julius Fucik. Ein virtuoses Saxophon-Solo von David Staufer war im funky-groovigen „The Chicken" zu hören. Zurück in die finstere Zeit des Hexenwahns ging es mit „The Witch and the Saint“ - Eine sinfonische Dichtung über ungleiche Zwillingsschwestern, zu der sich Steven Reineke durch das gleichnamige Buch inspirieren ließ. Den feurigen Abschluss bildete rasante Musik aus der weltweit erfolgreichsten Tanzshow „Lord of the Dance".

Durch den Abend führten in humorvoller Art und Weise der 2. Bürgermeister der Stadt Teuschnitz, Stephanus Neubauer, sowie Kreisvorstandsmitglied Holger Pohl. Für beide Orchester gab es Standing Ovation und nicht enden wollenden Beifall; beide gewährten dann auch gerne eine Zugabe. Innig-ergreifender Abschluss des Abends war - nach der Zugabe „El Cumbanchero“ des Kreisorchesters - die von allen Mitwirkenden sowie vom Publikum gemeinsam angestimmte Deutsche Nationalhymne.

Der Kreisvorsitzende dankte abschließend beiden Orchestern und ihren Dirigenten für ihre geopferte Freizeit bei den Probephasen sowie beim Konzert. In seinen Dank schloss er alle ein, die zum Gelingen des Abends beitrugen und die Klangkörper in all den Jahren - in welcher Form auch immer - unterstützten. Roman Steiger zollte, auch namens seines Stellvertreters, den Aktiven größten Respekt: „Das war eine Super-Leistung! Ihr habt heute ein Stück eurer Seele preisgegeben!“ Die freiwilligen Spenden des Abends kommen der musikalischen Jugendarbeit im Landkreis zugute.

Entstehung/Hintergründe der beiden Orchester Seinen ersten Auftritt hatte das NBMB-Kreisorchester - erläuterte Wolfgang Müller - am 1. Februar 1994 zum 80. Geburtstag des damaligen Vizepräsidenten, Bezirks- und Kreisvorsitzenden Hans Welscher aus Stockheim. Das war der Gründungstag - belegt mit der Gründungsurkunde, unterzeichnet vom damaligen Landrat Dr. Werner Schnappauf und dem damaligen Kreisvorsitzenden Hermann Schwabe aus Ludwigsstadt. Ab diesem Zeitpunkt wurden alle Jahre bis heute Konzerte in Form von Gemeinschaftskonzerten - unter anderem auch mit dem Rundfunkblasorchester Leipzig oder dem Polizeiorchester Bayern, Benefiz- oder Kirchenkonzerten gegeben. Zwischendurch wurde auch bei Kreismusikfesten ein Programmteil übernommen. Bisherige Kreisdirigenten waren Hans Löffler, Wolfgang Riedel, Heiko Schulze, Ulrich Bähr sowie seit sechs Jahren Roman Steiger.

Das Kreisseniorenorchester 50+ richtet sich an Musikbegeisterte, die ihre aktive Laufbahn bereits beendet haben, aber zwischenzeitlich gerne Musik machen möchten sowie auch an alle Aktiven ab 50 Jahren. Einen ersten Gründungs-Aufruf startete Müller bei der Jahreshauptversammlung des NBMB-Kreisverbands Kronach im Jahre 2014. Teilweise war etwas Überzeugungsarbeit von Nöten, dennoch hätte er keinesfalls mit einem solch großen Zuspruch gerechnet. Fast alle der ersten Stunde sind noch dabei. Das erste Konzert war in der Kronachtalhalle Steinberg, mit einer Musikerin und 25 Musiker aus 15 Vereinen. Derzeit besteht das Orchester aus einer Musikerin und 47 Musikern aus 20 Vereinen. Dirigent ist seit Anfang an Markus Schnappauf. Die Senioren haben mit NBMB-Ehrenmitglied Bruno Schnappauf einen eigenen Notenwart und mit Stephanus Neubauer einen eigenen Conférencier. 

Termine: Die Jahreshauptversammlung vom NBMB-Kreisverband ist am Samstag, den 23. November in der Klöppelschule Nordhalben.

Am 31. März 2020 wird zugunsten der musikalischen Jugendarbeit im NBMB-Kreisverband Kronach das Marinemusikkorps Kiel - unter Leitung von Fregattenkapitän Friedrich Szepansky - ein Benefizkonzert geben.

Der Kartenvorverkauf beginnt Anfang Dezember.

Das nächste Jahreskonzert findet am 7. November 2020 statt.


Von: Heike Schülein

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