Kreisverband Kronach stellt Weichen für die Zukunft

In einer 2-tägigen Klausurtagung hat der Kreisverband Kronach Weichen über 2020 hinaus gestellt

Es ist erst ein paar Tage her gewesen, als Beisitzer Dietmar Schmidt im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums des Kreisorchesters Kronachs in Verbindung mit dem fünfjährigen Jubiläum des Kreisseniorenorchesters für seine nunmehr 20-jährige Tätigkeit im Kreisausschuss mit der Verdienstmedaille in Gold des Nordbayerischen Musikbundes während des Jubiläumskonzerts ausgezeichnet wurde. So wie er können der größte Teil des Kreisverbandes auf eine jahrzehntelange Zusammenarbeit zum Wohle der Kronacher Vereine zurückblicken. Neben Dietmar Schmidt konnte auch Kreisschriftführer Clemens Löffler bereits die goldene Verdienstmedaille empfangen, Kreiskassier und stellvertretender Präsident Thomas Kolb, sowie Beisitzer Holger Pohl die Verdienstmedaille in Silber und auch der Kreisvorsitzende Wolfgang Müller selbst nähert sich bereits mit großen Schritten dem Jahrzehnt seiner gewinnbringenden Tätigkeit.

Dem Streben des Kreisverbands seine Vereine bestmögliche Unterstützung zukommen zu lassen, stehen aber auch unterschiedliche Sichtweisen der Kreisverbandsmitglieder gegenüber. Dieser bunte Mischung aus Vertretern der traditionellen Vereinsarbeit, der Repräsentanten des NBMBs und der Leistungs-Jugendorchester ist es zu verdanken, dass neben der Wiederbelebung des Kreisorchesters, der Überarbeitung der D1-Lehrgänge, zahllosen Workshops und Versammlungen für die Vereinsvorsitzenden und -verantwortlichen auch die Wertschätzung der Musikerinnen und Musiker wieder mehr in den Fokus gerückt ist.

Dass dieser Prozess nicht ohne Schrammen im vergangenen Jahrzehnt abgelaufen ist, versteht sich von selbst und auch so mancher Personalwechsel zeichnet sich für die nächste anstehende Generalversammlung 2021 bereits ab. Gründe genug, die gesamte Mannschaft des Kreisausschusses auf eine zweitägige Klausurtagung zu schicken, in der er es um die Zukunft des Kreisverbandes, den Aufgaben der nächsten Jahre und auch um eine offene Aussprache ging. So lud Kreisvorsitzender Wolfgang Müller ein, zwei Tage zum Wohle der Musik für den Kreisverband Kronach in Aufseß zu verbringen. Dem Treffen gingen immense Vorbereitungen voraus. So konnte als erfahrene Moderatorin und Mediatorin Yvonne Fleck-Hoderlein gewonnen werden. Als Sozialpädagogin arbeitet sie an der Grund- und Mittelschule Küps und ist so auch durch die Musikschule Küps daran gewohnt, wenn es musikalisch in ihrer Umgebung zugeht. Das Einbringen einer neutralen Person als Mediatorin zeigte sich als großer Gewinn für die Arbeit an diesen zwei Tagen, da Frau Fleck-Hoderlein nicht nur kritisch nachfragen, sondern auch viele Meinungsäußerungen schriftlich fixieren, ordnen und auch so manche Emotion aus den Diskussionen herausnehmen konnte.

Das Programm des Kreisverbandes war straff organisiert. Nach der Ankunft in Aufseß am frühen Morgen ging es sofort in die Klausurtagung Teil 1, die die Alltagsgeschäfte des Kreisverbandes abhandelte. Obwohl nur wenige Wochen seit der letzten Sitzung zurücklagen, war der bereits abzuarbeitende Berg an Aktionen so groß, dass man bereits am Vormittag des ersten Tages zeitlich fast ins Schleudern gekommen wäre. Neben der Nachbesprechung des Jubiläumskonzerts der beiden Kreisorchester standen bereits Vorplanungen mit dem Marinemusikkorps Kiel, sowie den D1-Kursen und der anstehenden Generalversammlung unter anderem auf dem Programm.

Nach einer kurzen Mittagspause ging es dann ans Eingemachte. Um die Zusammenarbeit weiter zu verbessern, nahm sich der Kreisverband einen ganzen Nachmittag Zeit, sich selbst zu kritisieren. Welche Aktionen waren gut, welche nicht so? Wo fühlte man sich bestärkt, wo alleine gelassen? Was könnte man in Zukunft mehr einbringen, aber auch was würde man sich mehr von anderen Ausschussmitgliedern wünschen. Man konnte nach über vier Stunden intensiver Debatte erkennen, dass trotz des immerwährenden Aufwärtstrends des Kreisverbandes Kronach Wunden und Gräben entstanden sind, die in der Alltagsarbeit übergangen und jetzt aufgearbeitet werden mussten. So konnte am Ende des ersten Tages die Moderatorin Yvonne Fleck-Hoderlein viele Karten und Plakate auswerten und für die Weiterarbeit am zweiten Tag zusammenfassen, kombinieren und an die Wände des Konferenzraumes anbringen.

Geplant war es bereits zu Beginn, dass dem anstrengenden Prozess der Kritisierung eine Abwechslung und ein gemeinschaftlicher Abend entgegenstehen sollte. So waren auch die Ehepartner des Kreisverbandes zum gemeinsamen Abendessen mit Brauereiführung in der Brauerei Aufseß geladen. In entspannender Runde wurde so noch bis Mitternacht über die Belange der Musik diskutiert.

Am Sonntagmorgen sollte nun die Zukunft besprochen werden. Rückblickend auf die Ereignisse und Ergebnisse des ersten Tages konnte sich so jedes Mitglied für die nächsten Neuwahlen positionieren. Daneben wurde auch ein Zukunftsprogramm, welches in den nächsten Jahren abzuarbeiten sein wird, mit Ansprechpartner und Zeitplan fixiert. Neben der Ausrichtung der Konzerte steht mit an erster Stelle den Kreisdirigenten Roman Steiger mit einer starken Orchestersprechermannschaft zu verstärken, die durchaus auch die Grundlage der nächsten Kreisbläserjugend darstellen könnte.

Auch die Kommunikation mit den Vereinen muss verbessert werden, da viele Informationen auf den Post oder Email-Weg einfach nicht weitergegeben werden. Die Auswertungen der Umfrage „No aweng besser wern“ zeigten auch Defizite in Sachen Vereinsunterstützung und Inklusion auf. So sollte auch angedacht werden, die jüngsten Musiker bei D1 nicht nur zu fordern, sondern in den Kursen auch weiter zu fördern. Ein D1-Orchester könnte ein erster Schritt hierzu sein. Auch werden weitere Schulungsmaßnahmen für die Vereinsvorsitzenden ausgearbeitet, da viele Vorsitzenden mit den neuen digitalen Strukturen überfordert sind oder aber nichts damit zu tun haben wollen. Auch das Urheberrecht und die damit verbundene Abzocke durch Abmahnkanzleien soll in den Fokus gerückt werden.

Noch vor Ende der ersten Klausurtagung, die es so noch nie im Kreisverband Kronach seit seiner Gründung gegeben hatte, wurde einhellig die Meinung vertreten, dass dies sicherlich nicht die letzte gewesen sein sollte. Das Pensum, was in den beiden Tagen fernab von anderen Terminen, hier in Aufseß abgearbeitet werden konnte, war immens und wäre in normalen Sitzungen nie möglich gewesen. So strebt der Kreisverband eine weitere Klausursitzung in zwei Jahren an. Wahrscheinlich wäre es ein guter Zeitpunkt, wenn sich im Frühjahr 2021 nach den Neuwahlen ein wohl personell veränderter Kreisverband zusammenfindet. 


Von: KV Kronach Holger Pohl

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