A Journey to Riva

Bezirksorchester Oberfranken beim Flicorno d’Oro in Riva del Garda

Jede Reise muss geplant werden - Okay, zumindest die meisten. Aber eine Reise mit über 80 Musikerinnen und Musikern aus ganz Oberfranken, dazu auch noch ins Ausland, zu einem der größten Blasorchesterwettbewerbe in Europa, muss ganz sicher gut geplant werden.

Daher begannen der ehemalige Bezirksvorsitzende, Werner Pörner sowie der Bezirksdirigent, Michael Botlik, bereits im Jahr 2017 mit der Planung einer Reise.

Der Reise des Bezirksauswahlorchesters Oberfranken zum Flicorno d’Oro in Riva del Garda.

Zur Erklärung: Das Bezirksorchester Oberfranken ist das Auswahlorchester auf Bezirksebene für den Bezirk Oberfranken. Das heißt, alle Musikerinnen und Musiker aus ganz Oberfranken können in diesem Orchester mitspielen und das Orchester repräsentiert die musikalische Auswahl Oberfrankens.

Der Flicorno d’Oro wiederum ist einer der größten und renommiertesten Blasorchesterwettbewerbe Europas.
Er findet statt an den malerischen Stränden des Gardasees, im kleinen Städtchen Riva del Garda.
Ein perfektes Match also, ein großartiges Orchester trifft einen großartigen Wettbewerb. Instant swipe right.

So wurde das Orchester zum Wettbewerb angemeldet, Busse gebucht, T-Shirts gedruckt und auf die Zuteilung eines guten Hotels durch das Wettbewerbsmanagement gehofft.

Den Musikerinnen und Musikern wurde während der Vorbereitung des Neujahrskonzertes Anfang Januar 2018 bereits mitgeteilt, dass die Teilnahme am Flicorno d’Oro geplant ist.

Anfang März wurde es dann ernst. Mit zwei großen Proben bereitete sich das Bezirksorchester auf den Wettbewerb vor. Dort wurde auch verkündet, dass die Hoffnung auf ein gutes Hotel sich erfüllt hatte: Die Teilnehmenden würden ihre Zeit am Gardasee in einem 4-Sterne Hotel im Nachbarort Nago-Torbole verbringen.

In den frühen Morgenstunden des 23. März ging es los. Zwei Busse fuhren in Hallstadt bei Bamberg los. Ziel: bella italia. Begleitet wurde das Orchester natürlich vom Bezirksdirigenten, sowie vom ehemaligen Bezirksvorsitzenden Pörner, und dem neu gewählten Vorsitzenden Thomas Kolb.

Nach einem leckeren Mittagessen-Zwischenstopp in Österreich, der Fahrt durch viele Tunnel und vorbei am Gletscherpriesen-Berg, konnten sich die über 80 Musikerinnen und Musiker schon am selben Abend im Hotelpool in Italien entspannen.

Am nächsten Tag fuhr das Orchester in den nahegelegenen Ort Garda. Dort konnten sich alle am guten, italienischen Essen laben, bevor Oberfrankens musikalische Auswahl ihre Qualität bei einem Standkonzert an der Strandpromenade unter Beweis stellen konnte. Am Abend fand dann die Generalprobe für den Wettbewerb statt.

Am dritten Tag schließlich nahm das Orchester am Wettbewerb teil.

Am Flicorno d’Oro treten die Orchester in 5 abgestuften Kategorien an. Die höchste ist die eccellenza, dann kommen superiore, prima, seconda und terza. Das Bezirksorchester trat in der dritthöchsten Kategorie, also der categoria prima, an.

Pflichtstück in dieser Kategorie war „Discanto“, komponiert vom Italiener Daniele Carnevali. Als Wahlstück suchte Michael Botlik das Stück „Pilatus – Mountain of Dragons“, aus der Feder des amerikanischen Komponisten Steven Reineke, aus. Gerade letzteres war ein sehr mächtiges Stück, das allen Musikerinnen und Musikern ausgesprochen gut gefiel – und augenscheinlich und dem Applaus nach zu urteilen auch dem Publikum.

Nachdem der Auftritt zu Ende und alle wieder im Bus waren, fiel sichtlich die Spannung von allen Beteiligten ab. Landestypisch wurde die ein oder andere Flasche Wein geöffnet, und man entspannte sich wieder am Hotelpool, bis am Abend alle zusammen wieder zum Austragungsort fuhren, um die Ergebnisse zu erfahren.

Im centro congressi, dem Kongresszentrum in Riva del Garda, tummelten sich alle Orchester, die in den drei Tagen des Wettbewerbes angetreten waren. Dementsprechend war der Raum bis zum Bersten gefüllt, und allein durch die Stimmen der Musikerinnen und Musiker war es vermutlich lauter, als es durch Musik im Laufe des Wettbewerbs in diesem Raum je geworden war. Jedes Mal, wenn eines der Orchester sein Ergebnis erhielt, eskalierte die Lautstärke dann völlig.

Genauso natürlich auch, als das Bezirksorchester seine Wertung erfuhr: 6. Platz, von 10 Orchestern in der categoria prima. Ein Ergebnis, mit dem alle Musikerinnen und Musiker und auch die Bezirksvorsitzenden und der Bezirksdirigent vollauf zufrieden waren, hatte das Orchester doch nur zwei Vorbereitungsproben und trat als Neuling gegen viele Orchester an, die wöchentlich proben und bereits Wettbewerbserfahrung hatten. Entsprechend ausgelassen war die Stimmung am Abend, und die Hotelbar machte wahrscheinlich den größten Umsatz ihrer Geschichte.

Am nächsten Morgen hieß es dann auch schon wieder: ciao italia. Das Orchester trat die Heimreise an. Ein kleines bisschen erschöpft von einem langen und anstrengenden Wochenende, aber sehr glücklich und vor allem um einen Haufen Erfahrungen reicher, welche die Musikerinnen und Musiker nun mit in ihre Heimatvereine tragen können.

Eine Reise also, die ein voller und auch nachhaltiger Erfolg für alle Beteiligten war. Benissimo!


Von: Bläserjugend Oberfranken: Pascal Kraus

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