Schwimmen auf der "neuen" alten Welle

Böhmisch-mährische Blasmusik kommt landauf und landab gut an - Workshop mit Christian Reder begeistert die Teilnehmer. Nabburg. „Mir geht es um den sanften, mitreißenden böhmischen Klang“, bringt es einer der 31 Musikerinnen und Musiker auf den Punkt, wieso er erneut zum Workshop für böhmisch-mährische Blasmusik am Wochenende in das Jugendwerk gekommen ist.

Dozent Christian Reder verstand es hervorragend die Musiker zu begeistern

Das Workshop-Orchester mit Teilnehmern aus dem Bezirksverband Oberpfalz

Nabburg. „Mir geht es um den sanften, mitreißenden böhmischen Klang“, bringt es einer der 31 Musikerinnen und Musiker auf den Punkt, wieso er erneut zum Workshop für böhmisch-mährische Blasmusik am Wochenende in das Jugendwerk gekommen ist. Als die erste Veranstaltung dieser Art auf Oberpfalzebene vor einem Jahr mit Christian Reder als Dozent über die Bühne gegangen war, hatten sich spontan Teilnehmer bereits für den nächsten Termin 2011 angemeldet.

Keiner der Instrumentalisten vom Wochenende sieht sich als Vertreter einer bald aussterbenden Spezies von Musikern, die Vergangenheit mit allen Mitteln in Erinnerung bringen wollen. Vielmehr treten sie den Beweiß an, dass die „traditionelle“ Blasmusik zu der Art von Musik gehört, die Landauf und Landab bei allen Bevölkerungsschichten zu Begeisterungsstürmen Anlass gibt. Natürlich sind es in erster Linie die Musikanten selbst, die diese Begeisterung für Polka, Marsch und Walzer in sich tragen, sie sind es aber auch, die diese neue „alte“ Welle für diese Richtung entfachen.

Entfachen brauchte Christan Reder in Nabburg keinen der Teilnehmer mehr. Der Dozent ist übrigens Orchesterleiter von „maablosn“, welche erst 2008 gegründet wurde und im gleichen Jahr auch deutscher Meister der böhmisch-mährischen Blasmusik wurde. Heuer setzte die Formation noch eins drauf mit dem Europameister in der Höchststufe. Es war Reder`s  Leidenschaft, die vor einem Jahr die Oberpfälzer „infizierte“ und nun nicht nur die jungen sondern auch die jung gebliebenen Musikerinnen und Musiker erneut anzog. Und sie haben alle Eines gemeinsam - Bläsermusik vom Feinsten wollen sie machen!

Mit Neubearbeitungen der Kirchenmusik von Franz Watz - „Beim letzten Abendmahl“ und „Lobet den Herrn“ wagte der Dozent den Einstieg. Reder hatte aber nicht nur die Notenblätter von den beiden vorher erwähnten Werken im Gepäck dabei. Geprobt wurde der typisch Böhmisch-Mährische Sound bei „Zwickpusserl-Polka“, „Am Bierler See“, „Auf der Stelle“, „Graslaitzer-Polka“, „Teruska-Polka“ sowie in den Polkas „Blauenblick“, „Auf der Sausenburg“, Blick ins Rheintal“ und dem Walzer„Elenis Träume“. Dabei kam der Dozent nicht umhin mehrfach Lob an die Kursteilnehmer auszusprechen. „Echt toll, was ihr da einfach vom Blatt spielt“, würdigte er die hohe Motivation und die hervorragende Präzision mit der er im Nabburger Jugendwerk vom Workshop-Orchester überrascht wurde.

Mit einem „super war es mit Euch“ zum Abschluss des Tages erklärte Christian Reder, dass er eng mit Franz Watz, dem bekanntesten Komponisten für böhmische Blasmusik der letzten Jahrzehnte kooperiere. Watz, Klarinettist Kornel Hetterich und „Ausnahmetubist“ Stefan Kühndorf komponieren Stücke für „maablosn“; sie sind auf das Ensemble zugeschnitten. Nur so könne sich der typische, unverkennbare Klang von „maablosn“ und die individuelle Klasse der Musiker entfalten: maßgeschneiderte Arrangements, sanfter böhmischer Klang, technische Perfektion in allen Registern und pure Spielfreude zeichnen diese Musiker aus. Und der Dirigent verriet hinsichtlich des Europameistertitel in der Profistufe: „“Jetzt geht es an die Arbeit, um auf diesem Erfolg weiter aufzubauen.“


Von: Medienbeauftragter Franz Wagner, Nov. 2011

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