„Mit unserer Arbeit bringen wir Freude ins Leben“

Jahreshauptversammlung 2017 des Bezirksverband Oberpfalz des Nordbayerischen Musikbundes – Gisela Weß und Anton Lottner neu in den Vorstand gewählt ...

Zehn Jahre haben sie in den Kreisvorständen von Amberg bzw. Schwandorf für effektive Musikarbeit mit gesorgt: Sabine Gredler, Horst Bauer und Anton Lottner (2. bis 4. von links), ihnen gratulierten Peter Gaschler (links) und Gerhard Engel im Namen des Bezirksverbands mit der bronzenen Ehrennadel.

Das Jugendblasorchester des Musikvereins Wackersdorf/Steinberg wurde für seine Inklusionsarbeit vom Bezirk ausgezeichnet, am Sonntag stimmte es auf die Jahresversammlung des NBMB-Bezirksverbands ein.

OBERPFALZ/KLARDORF (hh/chi). „In Zeiten, in denen wir uns im Ehrenamt um die Eingliederung von Jugendlichen und Menschen mit Behinderungen in die Gesellschaft bemühen, macht sich dieser so genannte ‚mächtigste Mann‘ der Welt lustig über Schwarze, Flüchtlinge und Behinderte“, bemerkte Gerhard Engel, Bezirksvorsitzender Oberpfalz des Nordbayerischen Musikbundes (NBMB), in seinem Bericht bei der Jahresversammlung des Bezirksverbands am Sonntag im Gasthaus Obermeier in Schwandorf-Klardorf. Ja, er sieht die Arbeit der Mitgliedsvereine auch als ein politisches Engagement, das in einer unruhigen Welt so etwas wie Geborgenheit, Orientierungshilfe, Halt und „Freude im Leben“ bringe. Neue Helfer bei dieser Arbeit des NBMB-Bezirksverbands sind Gisela Weß, die stv. Bezirksvorsitzende wurde, sowie Anton Lottner als neuer Bezirksdirigent. Für ihre zehnjährige Mitarbeit in Kreis- bzw. Bezirksvorstand bekamen Sabine Gredler und Horst Bauer aus dem Kreis Amberg sowie Anton Lottner vom Kreis Schwandorf die bronzene Verbandsehrennadel.

Dass die Arbeit des Bezirksverbands auch von politischer Seite anerkannt wird, zeigte die ansehnliche Zahl der Ehrengäste: die stv. Schwandorfer Oberbürgermeisterin Ulrike Roidl, stv. Landrat von Schwandorf Jakob Scharf, MdL Reinhold Strobl, Bezirksrat und Kulturreferent des Bezirks Thomas Gabler, Bezirksrat Toni Dutz von Wiesau sowie der neue Präsident des Oberpfälzer Kulturbunds, Volker Liedtke. Sie alle betonten in ihren Grußworten die wertvolle Arbeit des NBMB-Bezirksverbands hinsichtlich der Erhaltung der Oberpfälzer Kultur, aber auch durch die erfolgreiche Jugendarbeit – rund die Hälfte der aktiven Musiker sind jünger als 18 Jahre.

Über diese gute Jugendarbeit in den Mitgliedsvereinen freute sich auch Gerhard Engel in seinem Jahresbericht. Die Musikvereine hätten größtenteils erkannt, dass diese für die Zukunft unabdingbar sei. Der Bezirksverband unterstütze sie dabei mit der Organisation der Leistungsabzeichen-Prüfungen, die vor allem von der Berufsfachschule für Musik in Sulzbach-Rosenberg geleistet wird, aber auch mit Workshops, der „Bläserwoche“ und anderem. Gerade die Bläserwoche – eine Probenwoche des jedes Jahr sich neu bildenden Bezirksjugendorchesters mit Abschlusskonzert – zeige, dass die jungen Leute leistungswillig sind, wenn man ihnen das richtige Angebot macht.

Was die Bläserwoche für die Jugend, ist das Bezirksorchester für die etwas älteren Semester: die Gelegenheit, anspruchsvolle Blasmusik auf sehr hohem Niveau mit Gleichgesinnten zu spielen. Heuer war das Konzert des Orchesters am Sonntagabend in Sinzing, der Dirigent Matthias Dietz gab damit seine Bachelor-Arbeit im Fach Orchesterleitung ab. Das Publikum wie auch die drei prüfenden Professoren aus Österreich waren begeistert. Das hohe Leistungsvermögen der Oberpfälzer Kapellen kommt auch immer wieder bei den Wertungsspielen zutage. Egal, auf welcher Stufe des Könnens die Kapellen antreten, sie werden ausschließlich mit „ausgezeichnetem“ oder „sehr gutem Erfolg“ bewertet. Gerhard Engel würde sich aber eine stärkere Beteiligung an solchen Wertungsspielen wünschen. In der Oberpfalz wird es künftig wohl nur noch eine solche Veranstaltung geben, jeweils im Herbst.

Der Gesamtverband Nordbayerischer Musikbund, in dem außer der Oberpfalz die drei fränkischen Bezirke vereint sind, habe eine „Zukunftsbaustelle NBMB“ eingerichtet, in der bei einer Tagung in Bamberg von Funktionären wie einfachen Musikern beraten wurde, wie man den Musikbund für die Herausforderungen der Zukunft fit machen kann, welche Strukturänderungen es geben soll, welche Themen relevant werden usw. 
Dabei sei vor allem auch die Stärkung der Eigenverantwortlichkeit der unteren Ebenen gefordert worden. Ein Schritt dazu ist die Möglichkeit für Kreisverbände, eigenständig Workshops und Kurse anzubieten, wozu sie Anteile aus dem Staatszuschuss an den Musikbund bekommen. Aber auch der Informationsfluss zwischen den Ebenen soll noch weiter gestärkt werden. Ein Thema werden auch die „Leistungsabzeichen +“ sein, die zwischen den bisherigen D-Prüfungen dafür sorgen sollen, dass die jungen Musiker in der Ausbildung bleiben. Die Meinungen dazu sind derzeit sehr unterschiedlich im Bezirksvorstand. Weitere Themen bleiben die Integration von Flüchtlingen und die Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen.

Zum Schluss dankte Gerhard Engel seinen Mitstreitern im Bezirksvorstand, aber auch denen auf Kreisebene und in den Mitgliedsvereinen, die alle sehr gute Arbeit leisteten. Dank galt auch den Politikern für ihre Unterstützung der Kulturarbeit des NBMB mit Zuschüssen oder Beihilfen. 
Engels Stellvertreter Peter Gaschler ging noch mal kurz auf die „Zukunftsbaustelle“ ein und bemerkte, dass bei den Gesprächen aufgefallen sei, dass offenbar viele Mitglieder gar nicht wissen, was der Musikbund alles leistet und anbietet. Hier müsse die Kommunikation noch wesentlich besser werden, auch umgekehrt, was die Mitglieder vom Verband erwarten. Dabei dürfe man nicht vergessen, dass die Musik immer im Vordergrund stehen soll und nicht Organisatorisches oder die Verwaltung.

Der kommissarische Bezirksdirigent Josef Dietz, der vor einem Jahr das Amt übernommen hatte, betonte in seinem Bericht vor allem die Wichtigkeit der Wertungsspiele für die Weiterentwicklung einer Kapelle, da man nach dem Vorspiel wertvolle Tipps der Prüfer bekomme, wie man die Qualität des Spiels verbessern könnte. Wer nur auf Verbesserungsvorschläge bedacht ist, muss sich im so genannten Kritikspiel nicht einer Wertung stellen. Erleichterungen gebe es auch bei den Vorspielstücken, die aus einer Auswahlliste ausgesucht werden können, sogar selber könne man Prüfungsstücke vorschlagen. Zusätzlich gebe es ein Kapellen-Coaching, bei dem externe Fachleute unerfahrenen Dirigenten bei den Proben zur Seite stehen. „Wertungsspiele bringen jede Kapelle weiter“, wusste Dietz aus vielen derartigen Veranstaltungen. Das nächste in der Oberpfalz ist am 14. Oktober in Waidhaus. Gerhard Engel dankte Josef Dietz für seine engagierte Amtsführung im vergangenen Jahr.

Nach den Berichten waren die Mitglieder zur Nachwahl von zwei Bezirksvorstandsmitgliedern aufgerufen. Einstimmig wurde Gisela Weß vom Kreisverband Neustadt a. d. Waldnaab/Weiden zur stv. Bezirksvorsitzenden gewählt, neuer Bezirksdirigent ist Anton Lottner vom Kreis Schwandorf, der aber nun in Amberg lebt. Lottner kündigte an, direkt an die Vereine herangehen zu wollen, wenn es um Leistungsprüfungen, Workshops oder Wertungsspiele geht, damit sich kein Vereinsvorsitzender herausreden kann, er habe von nichts gewusst.

Während die Kreismusikfeste vorgestellt wurden, kamen die Vertreter der Bezirksbläserjugend, die parallel ihre Jahresversammlung mit Neuwahlen abgehalten hatten, in den Saal. Als neuer Bezirksjugendleiter stellte sich Lukas Michl aus dem Kreis Regensburg vor.
Zum Schluss der Versammlung stellte Bezirksgeschäftsführer Werner Stein den Vereinsvertretern komprimiert die Anforderungen, aber auch Erleichterungen bei den GEMA-Meldungen unter den Bedingungen des Rahmenvertrags des Musikbundes mit der GEMA vor. Auch wenn keine Gebühren anfallen, gemeldet werden müssen alle Auftritte der Kapellen, egal ob Konzert, Festzugbegleitung oder Geburtstagsständchen. Bei einem Informationsabend können die Vereinsvertreter direkt mit Angestellten der GEMA in Kontakt treten. Termin ist in nächster Zeit im Raum Schwandorf, Homepage und E-Mails checken! 


Von: Holder Hierl, 07.03.2017

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