Blasmusik kann auch Big Band – und das wie!

Einmal im Jahr trifft sich eine kleine Schar Big-Band-begeisterter Musikerinnen und Musiker aus den Oberpfälzer Blaskapellen, um der Faszination dieses Genres in Sound und Stilistik nachzuspüren.

Die Big Band des Bezirksverbands Oberpfalz im Nordbayerischen Musikbund unter Leitung von Johannes Neuer konnte nach nur zwei eintägigen Arbeitsphasen ein hoch respektables Ergebnis abliefern.

Blue Train Orchestra: Als erfahrene Routiniers und absolute Könner ihres Mietiers erwiesen sich die Spieler des BlueTrain Orchestra der städt. Musikschule Bamberg mit ihrem Bandleader Sebastian Strempel.

Einmal im Jahr trifft sich eine kleine Schar Big-Band-begeisterter Musikerinnen und Musiker aus den Oberpfälzer Blaskapellen, um der Faszination dieses Genres in Sound und Stilistik nachzuspüren. Das Abschlusskonzert der diesjährigen Arbeitsphase zeigte wiederum einmal mehr: Blasmusik kann auch Big Band – und das wie!

„The Heat Is On“ unter diesem Motto des gleichnamigen Titels von Sammy Nestico fand am Sonntag ein Konzert mit gleich zwei Bigbands im vollbesetzten Konzertsaal der Berufsfachschule für Musik statt. Sofort tauchte man ein in eine Fülle südamerikanischer Rhythmen, welche die kürzlich verflossene Karnevalsstimmung wieder aufleben ließ. Vorgestellt von der Bigband des Bezirksverbandes Oberpfalz im Nordbayerischen Musikbund unter der Leitung von Johannes Neuner folgten Meilensteine der Big Bandliteratur wie das swingende „It´s oh so nice“ und der Funkrock- inspirierte Titel „Computer“. Souverän interpretierte der Sänger Cris Gardner Evergreens wie „I´ve got you under my skin“ von Cole Porter, “Beyond the sea” und “What a wonderful world”. Was das Dozententeam unter der Federführung von Prof. Silvan Koopmann mit Sebastian Strempel, Trompete und Johannes Neuner, Saxophon innerhalb kurzer Zeit auf die Beine zu stellen vermochte, konnte sich sehen und hören lassen und verdient höchsten Respekt.

Das in Bamberg und Umgebung ansässige “Blue Train Orchestra” gilt als tragende Formation in unserer oberfränkischen Nachbarschaft. Die Gruppe des Trompeters Sebastian Strempel, der in der oberpfälzer Big Band das Trompetenregister betreute, bestach durch ein kompaktes Klangbild und eine ungemein druckvolle Rhythmusgruppe. Solistische Darbietungen des Bandleaders selbst sowie des Pianisten Harald Hauck versetzten die Zuhörerschaft an den Puls der Zeit und ließen den Einfluss des Modern Jazz spüren. Auch zeitnahe Titel wie das extrem zarte „Walkin´ Tiptoe“ des belgischen Komponisten Bert Joris trugen dazu bei, sich einen Höreindruck über aktuelle Strömungen im großformatigen Jazz zu verschaffen.

Summa summarum ein Abend, der nicht nur hohen Unterhaltungswert und Virtuosität bot, sondern ebenso vielfältige Einblicke in die musikalische Landschaft des Jazz und seiner gegenwärtigen Interpreten. Dass Sebastian Strempel der Veranstaltung nicht nur seinen musikalischen „Stempel“ aufdrückte, sondern sich auch als ungemein humorvoller Entertainer vorstellte, macht Lust auf weitere Konzerte dieses Genres.


Von: Johannes Neuner / Benedikt Boßle, 24.03.201724.03.2017

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