Bezirksorchester

Das BJBO bei einem Konzert.
Das BJBO bei einem Konzert.

2006 feierte das Bezirksjugendblasorchester Unterfranken sein 10-jähriges Bestehen. Doch wer ist das Bezirksjugendblasorchester Unterfranken eigentlich?

Nun, es handelt sich dabei zu allererst einmal um ein Blasorchester. Und wie ein Blasinstrument besteht das Bezirksjugendblasorchester aus einem Körper oder Korpus, den Musikern, und einem Mundstück, dem Dirigenten.

Beim Instrument entscheidet sich zum größten Teil am Mundstück, wie der Klang geformt wird: weich oder hart, gebunden oder gestoßen, laut oder leise. Genauso arbeitet der Dirigent des Bezirksjugendblasorchesters. Ihm obliegt es, dem Orchester seine Interpretation der Stücke zu verdeutlichen und aus den Noten Musik zu machen. In den ersten fünf Jahren der Geschichte des Bezirksjugendblasorchesters war das die Aufgabe von Kuno Holzheimer, Diplommusiklehrer und Bezirksdirigent, auf dessen Initiative hin das Bezirksjugendblasorchester im Herbst 1996 überhaupt erst entstand. Er machte damit seinen Traum von einem Ober- und Höchststufenorchester wahr, das als Bindeglied zwischen den Kreisorchestern und dem Nordbayerischen Jugendblasorchester stehen sollte. Als Holzheimer im Jahr 2001 jedoch aus beruflichen Gründen nach Niedersachsen zog, übernahm Jürgen Weyer, selbst Trompeter und Dozent des Orchesters, die Leitung des Bezirksjugendblasorchesters. Er hat seither dafür gesorgt, die Erfolgsgeschichte des Orchesters fortzuschreiben.

Doch wie ein Mundstück alleine meist nur quäken kann und erst zusammen mit dem Instrumentenkörper Musik hervorbringen kann, sind auch für ein Orchester neben dem Dirigenten die Musiker ganz wesentlich. Und hier unterscheidet sich das Bezirksjugendblasorchester wohl am deutlichsten von anderen Orchestern: Junge Musiker im Alter von 14 bis 28 Jahren aus allen Bezirken Unterfrankens treffen sich, meist im Herbst, zu einer Arbeitsphase mit zwei abschließenden Konzerten. Es handelt sich um ein Auswahlorchester, das sich aus talentierten Musikern aus ganz Unterfranken rekrutiert und bei seinen Auftritten die Vielfalt Unterfrankens anschaulich macht: Jeder Musiker erscheint in der Tracht seines Heimatvereines und an vielen Jacken prangen Leistungsabzeichen - sehr häufig sogar das Goldene.

Was reizt die Musiker an diesem Orchester? Neben dem Zusammensein mit anderen jungen Musikern sicherlich vor allem auch das Repertoire des Bezirksjugendblasorchesters. Hier haben sie die Möglichkeit, anspruchsvolle Stücke der Ober- und Höchststufe kennenzulernen, die sie in ihren Heimatvereinen schon allein aus Besetzungsgründen häufig nicht spielen können. Das "Instrument" Bezirksjugendblasorchesters lässt Musik der verschiedensten Stilrichtungen erklingen: 2006 wurden zum Beispiel Bearbeitungen klassischer Ouvertüren (von Mozart über Verdi bis Strauß), Originalkompositionen für Sinfonisches Blasorchester von Komponisten wie Manfred Schneider, Jan van der Roost oder Philip Sparke, aber auch Konzertmärsche wie z.B. der Florentiner Marsch erarbeitet. Häufig werden auch Film- oder Musicalmusik (beispielsweise von John Williams oder Andrew Lloyd Webber), Potpourris bekannter Popgruppen wie Queen oder Santana oder auch einmal Jazziges à la Quincy Jones oder Lionel Hampton aufgeführt.

Dieses unterhaltsame, abwechslungsreiche Programm wollen die Musiker des Bezirksjugendblasorchesters in alle Teile Unterfrankens hinaustragen: Das Orchester versteht sich nicht nur als Orchester des Bezirks, sondern auch für den Bezirk, und veranstaltet deshalb seine Konzerte jedes Jahr in einem anderen Ort Unterfrankens. In fast allen Bezirken trat das Orchester in den vergangenen 10 Jahren schon einmal auf - dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Stadt wie Bad Neustadt, Lohr oder Bad Brückenau, oder um kleine Dörfer wie Heustreu, Herlheim, Gräfendorf oder Schwanfeld handelt. Aber auch außerhalb Unterfrankens und Deutschlands erfreute das Bezirksjugendblasorchesters die Menschen mit seiner Musik: Im Jahr 1997 unternahm das junge Orchester eine Konzertreise nach Litauen, wo nicht nur eigene Auftritte, sondern auch das Musizieren mit litauischen Musikern auf dem Programm stand. 2003 begleitete das Bezirksjugendblasorchester mehrere hundert Chorsänger des Bistums Würzburg auf ihrer Wallfahrt nach Rom und durfte dort an und in geschichtsträchtigen Orten wie dem Pantheon oder dem Petersdom auftreten.