... das KJO 2016
... beim Konzert am 6. Januar 2015
... 25 Jahre Musikbegeistert
... Orchesterfoto 2007

Im Jahre 1991 entstand erstmals die Idee eines Kreisjugendorchesters, um den Jungmusikern des Landkreises Main-Spessart eine Möglichkeit zu bieten neue Menschen kennenzulernen, sich musikalisch weiterzubilden und die gemeinsame Leidenschaft zur Musik auszuleben. Unter der Verantwortung von Otto Schäfer (damaliger Vorsitzender NBMB Kreisverband Main-Spessart) und Johannes Sitter startete das Projekt „Kreisjugendorchester Main-Spessart“ nach den Vorbildern des NBJBO und des Kreisorchesters Karlstadt. Erklärtes Ziel hierbei war die Heranführung der Musiker an Literatur der modernen Blasmusik in Mittel- und Oberstufe, das Kennenlernen weiterer Instrumente außerhalb der eigenen Mitgliedsvereine (bspw. Oboe, Bassklarinette, Kesselpauke,…) sowie die aus der Teilnahme resultierende Anwendung und Umsetzung des Erlernten in der musikalischen Arbeit der Heimatvereine. Das Projekt wurde als Teil des Aus- und Weiterbildungsprogramms des Nordbayerischen Musikbundes e. V. deklariert und sollte auf weiterführende Orchester, Lehrgänge und mögliche ehrenamtliche Tätigkeiten in den Heimatvereinen oder dem Kreisverband vor- und hinarbeiten. Das Gründungskonzert am 06.01.1992 unter der Leitung von Dieter Baier markierte zugleich den Höhepunkt der damaligen Orchesterschulung, wie auch den Grundstein für 24 weitere Orchesterphasen bis 2016.

Musiker aus 9 Mitgliedsvereinen des Landkreises Main-Spessart spielten in der Stadthalle Lohr am Main das erste Konzert. Die besondere Bedeutung dieses Ereignisses wurde mit der Aufzeichnung und dem Verkauf einer später erstellen Kassette bereits damals erkannt. Musikalisch erklangen an diesem Abend beispielsweise Werke von Franz von Suppé, Ennio Morricone oder Franz Watz.

Quelle: Masterthesis von Franziska Behl

Gruppenbild beim Ausflug an den Bodensee (2006)
Gruppenbild nach dem Wettbewerb in Riva del Garda (2003)

Orchestersprecher – wichtige Bindeglieder zwischen Organisation und Musikern

Bindeglieder zwischen Dirigent und Musikern sind Orchestersprecher und Registerführer. Der Aufgabenbereich der Orchestersprecher erstreckt sich auf das außermusikalische Arbeitsfeld. Dieses umfasst unter anderem das Bereitstellen der Noten, Erstellen der Ausschreibung oder die Anfertigung des Programmhefts. Die Orchestersprecher bieten die Möglichkeit eine größere Anzahl an Musikern in die Arbeit für das KJO MSP einzubinden.[1]

 

Die Registerführer – musikalische Ansprechpartner

Die Aufgaben der Registerführer umfassen das Leiten und die Durchführung der ersten Probe, Ansprechpartner für Registermitglieder und Dirigent sowie ein Vorbild für andere Musiker zu sein. Die Registerführer haben häufig in ihren Heimatvereinen bereits eine Funktion inne und sich somit bereits Wissen und Anerkennung der Musiker erarbeitet, um ihrem jeweiligen Register vorstehen und es auch in musikalischen Fragen unterstützen zu können.

 

Traditionskonzert im Landkreis und Orchesterreisen

In den folgenden Jahren etablierte sich nicht nur die Konzerttradition des 06. Januars, sondern ebenfalls das Einladen von Gastmusikern oder das Unternehmen von Orchesterreisen. So unterstützen Jolanta Sutkute sowie Nijole Griciute (Litauen) im Jahr 1999 und der Schweizer Paul Giesler 2001 das Orchester. Die Oboistin Susann Schmid konzertierte 2012 mit dem Kreisjugendorchester Main-Spessart. Die Verpflichtung und Gewinnung eines solchen Gastmusikers liegt hierbei in den Händen des Dirigenten. Konzertreisen nach Polen, Spanien und England präsentierten das Orchester auch außerhalb des Landkreises und Deutschlands. Die Teilnahme an Wettbewerben wie dem „Flicorno d‘Oro“ in Italien 1997 und 2003 sowie beim Wettstreit um die „Silberne Palme“ (2001) in Spanien, brachten den Musikern andere Kulturen, Lebensweisen, Musik und Orchester näher.

 

Das Kreisjugendorchester Main-Spessart – über die Region hinaus bekannt

Zum 20. Jubiläumskonzert im Jahr 2011 machten die Musiker unter der Leitung von Burkhard Zenglein zum ersten Mal die Erfahrung einer professionellen Tonaufnahme mit dem Bayerischen Rundfunk. In diesem Rahmen trat Thomas Joha, welcher zu diesem Zeitpunkt noch als Orchestermusiker fungierte, mit einem Werk von Philip Sparke als Soloposaunist auf. In den vergangenen Jahren ermöglichten die jeweiligen Dirigenten einzelnen Musikern mit solistischen Darbietungen oder als Gruppe aufzutreten, exemplarisch seien hier ein Saxophonquartett (2010) und ein Blechbläserensemble (2012) erwähnt. Das 25. Neujahrskonzert wurde erneut vom Bayerischen Rundfunk aufgezeichnet. Die Auftragskomposition „Schneewittchen“ des namhaften Komponisten Thomas Doss wurde an diesem Abend uraufgeführt; dies war nicht nur für das Orchester, sondern auch für den Landkreis Auszeichnung und Ehre zugleich.

In den vergangen 25 Jahren etablierte sich das Kreisjugendorchester Main-Spessart zu einer Institution für die Aus- und Weiterbildung junger Musikerinnen und Musiker im Landkreis Main-Spessart sowie darüber hinaus. Dies wird insbesondere durch das Gemeinschaftsgefühl und die Leidenschaft für und zur Musik verstärkt. Die jährliche Teilnahme an der Orchesterphase ist für viele Mitglieder nicht nur eine Verpflichtung, sondern gleichermaßen Ehre, Privileg und ein "Nachhausekommen".

 


[1] Zu diesem Zeitpunkt gibt es im Orchester keine Orchestersprecher, weshalb dieses Aufgabengebiet in den Händen der Organisation liegt. Da sich das damalige Organisationsteam nicht eingehend mit dem Thema beschäftigte und sich dafür entschied die Registerführer in stärkerem Maß einzubeziehen, wurde die Idee nicht weiterverfolgt oder ausgebaut.

Quelle: Masterthesis von Franziska Behl