Die Musikkapellen Unterfrankens ohne Nachwuchssorgen

103 Musikerinnen und Musiker mehr verzeichnet der Nordbayerische Musikbund im Bezirk Unterfranken und dies trotzdem es zwei Musikvereine weniger im Verband gibt.

Ehrungen gab es bei der Bezirksversammlung des Bezirksverbandes Unterfranken im Nordbayerischen Musikbund bei der Jahresversammlung in Geldersheim bei Schweinfurt. Unser Foto zeigt von links NBMB Bezirksvorsitzenden Werner Höhn, sowie die Geehrten: Peter Geb, Paul Lehrieder (Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände) und Oskar Schwab. Übereicht wurden die Auszeichnungen von Manfred Ländner (rechts), dem Präsidenten des Nordbayerischen Musikbundes. Foto: Haans Friedrich

103 Musikerinnen und Musiker mehr verzeichnet der Nordbayerische Musikbund und dies trotzdem es zwei Musikvereine weniger im Verband gibt. Nachwuchssorgen gibt es nicht, auch wenn die Anzahl der Kinder in den Musikverbände um 27 auf 4.897 gesunken ist. Das betonte Bezirksvorsitzender Werner Höhn bei der Jahresversammlung in Geldersheim. Nicht ohne Stolz stellte er klar, dass man ein  jugendlicher Verband ist. Von 18.442 Musikerinnen und Musiker sind 7.360 (7.507) unter 18 Jahre, darunter 4.897 (4.924) Kinder bis 13 Jahre.. "Die Altersstruktur zeigt, dass 57,6 Prozent oder 10.621 (7785) unserer Musikerinnen und Musiker bis 27 Jahre alt sind." Im Nordbayerischen Musikbund sind insgesamt 900 Musikvereine und Spielmannszüge  mit rund 45.000 Musikerinnen und Musikern organisiert, sagte der Bezirksvorsitzende bei der Jahresversammlung der Musikkapellen und Spielmannszüge in Geldersheim bei Schweinfurt.

 

Zur Versammlung begrüßte er den Präsidenten der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände (BDMV), Paul Lehrieder und den Präsidenten des Nordbayerischen Musikbundes, Manfred Ländnern. Zu Gast war Paul Kolb, Vorsitzender des Sängerkreis Schweinfurt und stellvertretender Präsident des Fränkischen Sängerbundes, der damit die Verbundenheit zu den Musikkapellen symbolisierte. Den musikalischen Auftakt hatte der Musikverein Burkardroth unter der Leitung von Manuela Müller übernommen. Zum Totengedenken spielte er den Titel "Näher mein Gott zu Dir" - mal etwas anderes als den "guten Kameraden", der bisher immer zu hören war.  Die Organisation vor Ort lag in den Händen von Bezirksschriftführer Peter Geb. Stellvertretender Bezirksvorsitzender Johannes Sitter (Würzburg), der die Moderation des Nachmittags übernommen hatte, unterstrich dies ebenfalls und meinte: "Der Nordbayerische Musikbund ist eine lebendige Gemeinschaft und leistet vor allem in den Ehrenämter sehr viel.  In seinem Jahresrückblick nannte Werner Höhn 52 Musikkapellen im Landkreis Haßberge, 68 in Bad Kissingen, 15 in Kitzingen, fünf in Miltenberg, 43 (44) in Main-Spessart, 74 in Rhön-Grabfeld, 55 im Bereich Schweinfurt und 76 (77) im Landkreis Würzburg. Insgesamt sorgen 18.442 (18.339) Musikerinnen und Musiker in ihren Städten und Gemeinden für den guten Ton.

 

Die Hauptlast der Grundausbildung tragen die Musikvereine. Sie unternehmen die größten Anstrengungen, um Kinder und Jugendliche für die Blasmusik zu gewinnen. Eltern und Musikvereine investieren nach wie vor viel Geld in die Ausbildung der Nachwuchsmusikanten. Deshalb galt der Dank des Bezirksvorsitzenden allen Vorständen, Dirigenten und Ausbildern für hervorragende Jugendarbeit in den Musikvereinen. Erwähnt hat Werner Höhn die Musikfeste, die hervorragend organisiert und gut besucht waren. In diesem Jahr sind Musikfeste in Burkardroth im Landkreis Bad Kissingen. Dort ist vom 27. bis 28. Mai ein Bundesbezirksmusikfest, in Aub bei Würzburg vom 8. bis 9. Juli ein Kreismusikfest, in Grafenrheinfeld bei Schweinfurt findet ein Spielleute Treffen statt und zwar vom 15. bis 16. Juli statt. In Werneck (Landkreis Schweinfurt ist  ein Wettbewerb Grundstufe und Unterstufe am 23. Juli und Kreismusikfeste gibt es in Frankenheim (Ldkr. Rhön-Grabfeld) vom 2. bis 5. September und in Stangenroth (Bad Kissingen) vom 22. bis 24. September. Dank galt der Ehrungsbeauftragte Renate Haag (Alsleben). Von ihr  wurden  974 (1207) Einzelehrungen für den Nordbayerischen Musikbund bearbeitet. 99 Ehrungsanträge von Musikvereinen lagen vor. An den D1-Prüfungen nahmen  430 (466)  Musikerinnen und Musiker teil. Bei D2  waren es 133 (166) und bei D 3 insgesamt  19 (29).

 

Der Bezirksvorsitzende erwähnte die 22. Arbeitsphase des Bezirksjugendblasorchesters. Das bot hochkarätige Konzerte in Rimpar (Landkreis Würzburg) und in Bad Brückenau (Ldkr. Bad Kissingen), die allesamt sehr gut besucht waren. Bezirksdirigent ist Andreas Degand. Das Orchester feierte im vergangenen Jahr sei 20-Jähriges Bestehen. In diesem Jahr ist bislang ein Konzert in der Stadthalle in Lohr vorgesehen. Das Seniorenblasorchester des Bezirks Unterfranken unter der Leitung von Erhard Rada traf sich 2016 zu 20 Proben und hatte acht  Auftritte. Höhn verwies wieder einmal darauf, daß der Bezirksverband Unterfranken als einziger im Nordbayerischen Musikbund ein solches Orchester besitzt. Die Mitglieder kommen aus den Landkreisen Haßberge, Bad Kissingen, Würzburg, Schweinfurt und Main-Spessart. Das Durchschnittsalter beträgt 68 Jahre, der älteste Musiker ist 85 Jahre. Dank galt dem NBMB Ehrenvorsitzenden Edgar Rudloff, der für die Organisation des Orchester verantwortlich zeichnet. Gerne werden Musikerinnen und Musiker aufgenommen, die im Verein nicht mehr aktiv sind, aber weiterhin Musik machen möchten.

 

Für Schulungsmaßnahmen stand dem Nordbayerischen Musikbund 656.761 (658.260)  Euro zur Verfügung. Aus diesem Topf erhielt der Bezirksverband Unterfranken  56.121 (60.109) Euro. Von der Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken gab es 2016 43.000 Euro. 3.000 Euro sind für das Bezirksjugendblasorchester bestimmt, 40.000,00 Euro wurden für Fortbildungsmaßnahmen in den Landkreisen verwendet. Dank sagte Höhn abschließend den Gemeinden, Städten und Landkreisen, dem Bezirk Unterfranken und dem Bayerischen Staat für ihre Unterstützung.  Die 37. Unterfränkische Bläserwoche unter dem neuen Motto „Übst du noch, oder spielst du schon?!?“ fand vom 16.  bis 21. August 2016 in der Bayerischen Musikakademie Hammelburg statt. An ihr nahmen 44  (30) Musikerinnen und Musiker im Alter von 11 bis 17 Jahren teil. In seiner Vorausschau auf das neue Jahr verwies Bezirksvorsitzender Werner Höhne auf die  38. Unterfränkische Bläserwoche vom 07. bis 12.. August in der Bayerischen Musikakademie Hammelburg. Langfristig wird ein Termin in der zweiten Ferienwoche angestrebt, weil damit eine bessere Urlaubsplanung für die Familien möglich ist. Er betonte weiter, dass die Aus- und Fortbildung von Musikern, Dirigenten, Ausbildern und Vereinsfunktionären eine Hauptaufgabe des Nordbayer. Musikbundes bleibt. Mehr Mut zu Veränderungen forderte der Vorsitzende und nannte die immer größere Flexibilisierung im Berufsleben, den Nachmittagsunterricht in den Schulen und das vielfältige Freizeitangebot. "Es gilt die Blasmusik weiter zu entwickeln und das gesamte Erscheinungsbild auf eine besondere Ebene zu stellen."

 

Schließlich standen noch Ehrungen auf dem Programm. Die erste ging an Paul Lehrieder, der von 1992 bis 1999 Kreisvorsitzender im Landkreis Würzburg war, Seit 2000 bis heute ist er stellvertretender Bezirksvorsitzender des Nordbayerischen Musikbundes Unterfranken. Für sein vielfältiges Engagement gab es die Verbandsnadel des Nordbayerischen Musikbundes in Gold für 25 Jahre aktive Tätigkeit im Verband. Die Ehrenmedaille in Gold mit Diamant und Urkunde der Bundesvereinigung Deutscher Blasmusikverbände erhielt ebenfalls Paul Lehrrieder  für seine 25 Jährigen Aktivitäten. Schließlich bekam Peter Geb die Verbandsnadel des Nordbayerischen  Musikbundes in Gold für 20 Jahre Aktive Tätigkeit. Er war von 1997 bis 2003 stellvertretender Kreisvorsitzender im Landkreis Schweinfurt, danach bis heute Kreisvorsitzender des NBMB in Schweinfurt und ist seit 2000 Bezirksgeschäftsführer. Die Verbandsnadel des Nordbayerischen Musikbundes in Silber ging dann an Oskar Schwab für seine vielfältigen Aktivitäten.


Von: Werner Höhn Vizepräsident und Bezirksvorsitzender für Unterfranken

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