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| Musikverein Werneck e.V. Bläserphilharmonie |
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Dreikönigsfestkonzerte Bläserphilharmonie Werneck
Dreikönigsfestkonzerte der Bläserphilharmonie Werneck
Schwierigkeiten zu meistern, ist für die Bläserphilharmonie Werneck Herausforderung und Ansporn zugleich. Bei den beiden traditionellen Dreikönigs-Festkonzerten zeigten die 75 jungen Musiker, wie mit viel Freude, ausdauernder Übung und Können anspruchsvollste Musik leicht und genussvoll vermittelt werden kann: Fast ein symbolischer Wegweiser zu Beginn des neuen Jahres.
Zwischen Oper, jiddischen Klängen, Schlagern, Märschen und Filmmusik variierten die Konzertstücke, ein breites Spektrum dessen, was die Bläserphilharmoniker bewegt und was sie bewegen: Die Zuhörer mitnehmen in unterschiedliche Zeiten, Länder und Geschichten, in Stimmungen und Gefühle. Dass für die hörbare Harmonie des großen Orchesters dessen Leiterin Tanja Berthold hauptverantwortlich ist, zeigte der herzliche Applaus in der Turnhalle der Balthasar-Neumann Schule, als die Vorsitzende des Musikvereins Werneck, Martina Zull, der Dirigentin zu ihren zehnten Dreikönigs-Festkonzerten gratulierte.
Sicher führte Tanja Berthold ihre Bläser durch Verdis Oper ?Die Macht des Schicksals?, forderte die Klarinetten mit schnellen Läufen, ließ die Posaunen mächtig auftrumpfen. Die dunklen Schicksalswolken vertrieb sie mit Paul Hindemiths heroischem ?Marsch aus den sinfonischen Metarmorphosen über Themen von Carl Maria von Weber?. Ein energiestrotzendes, dynamisches Werk, bei dem die Wernecker, triumphierend wie der Protagonist, ihre harmonische Spielstärke ausleben durften.
Absolute Präzision und Konzentration bewiesen die Instrumentalisten, als sie mit David Bedfords ?Sun Paints Rainbows on the Vast Waves? (Die Sonne malt Regenbogen über gewaltige Wellen) gefordert wurden. Eines der wohl anspruchsvollsten zeitgenössischen Blasmusikwerke, wie Moderatorin Carolin Schneider vorausschickte. Die musikalischen Bilder vom Sonnenaufgang am Meer, von zunächst sanften, dann stürmischen Wellen, von sprühender Gischt und bunten Regenbogenfarben über dem Wasser malten die Musiker mit ungewöhnlichen Klangfarben. Kurze, stakkatoartige Töne, versetzt von Klarinetten, Saxophonen, Flöten und Blechbläsern gespielt, dazu häufiger Taktwechsel erzeugten wunderbare, sichtbare Wasserschauspiele, wie sie von korrespondierenden Dias an der Hallenwand noch einmal verdeutlicht wurden. Für ungewöhnliche Klangeffekte sorgten auch die Schlagwerker mit gefüllten Weinflaschen.
Beinahe in einem ?musikalischen Besäufnis?, so die Moderatorin, gipfelten Adam Gorbs ?Jiddische Tänze?, bei denen symphonische Musik mit Klezmer-Klängen verschmolz. Schwermütige, sentimentale, auch pathetische Melodien steigerten sich in atemberaubendes, fröhliches Tempo, wobei Solistin Yvonne Drescher mit ihrer kleinen Es-Klarinette besondere Akzente setzte.
Ganz großes Kino boten die Wernecker Bläserphilharmoniker mit dem Science Fiction-Klassiker ?Independence Day?: Keine Zerstörungswut des Raumschiffes, aber wilde Musik erfüllte den Raum. Ältere Spielfilme, kitschige Liebesszenen und wunderbare Evergreens von Franz Grothe zauberten dann die Bläser, geleitet von Manfred Weth, auf die Leinwand. Dort ließ sich auch ?Forrest Gump? Tom Hanks auf einer Bank nieder, um den Zuhörern sein Leben zwischen Football-Star, Army, Friedensaktivist und seiner großen Liebe Jenny zu erzählen; melancholisch unterstützt von einer einfühlsamen Piccolo-Flöte. Irving Berlins ?Showstoppers? rundeten das ?Showbusiness? ab.
Dass der Satz, ?am Anfang war der Rhythmus?, für die Wernecker voller Inhalt ist, bewiesen stampfende, klatschende, auf Brust oder Bauch klopfende, auf Oberschenkel trommelnde, schnalzende und ploppende Musiker bei ihrer Zugabe der besonderen Art.
S. Eidel.
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