„Heut‘ spielen die Egerländer“ beim NBMB-Workshop

Workshop des NBMB Oberpfalz zu Gesang im Blasorchester – das Duo der „Egerländer“ als Dozenten

Katharina Praher und Nick Loris, das Gesangsduo der "Egerländer Musikanten", vermittelten den Workshop-Teilnehmern die Besonderheiten des "Egerländer" Gesangs in einher Blaskapelle.

Schon bald durften die einzelnen Gesangspaare ihre Version der Lieder vortragen, wobei Katharina Praher teilweise Tonlage oder Rhythmus unterstützte.

 Oberpfalz /Cham. (hh) Martina Ferstl hatte 2016 die Idee, den Wunsch etlicher Blaskapellen nach einer fundierten Gesangsbegleitung aufzugreifen und im Bezirksverband Oberpfalz des Nordbayerischen Musikbundes (NBMB) einen Workshop „Gesang im Blasorchester“ anzubieten. Die stv. NBMB-Bezirks- und Chamer -Kreisdirigentin hatte mit der Organisation des Seminars im Chamer Kolpinghaus einen so großen Erfolg, dass sie heuer erneut den Kurs anbieten konnte. Als ausgezeichnete Dozenten konnte auch diesmal das Gesangsduo der original „Egerländer Musikanten“, Katharina Praher und Nick Loris, gewonnen werden, das den speziellen Klang dieses böhmischen Gesangs den Teilnehmern vermittelte.

18 Mitglieder von Blaskapellen des Nordbayerischen Musikbundes aus der ganzen Oberpfalz – einer kam sogar aus Würzburg –, die zumindest hin und wieder in ihren Kapellen auch als Sänger bei den entsprechenden Stücken auftreten, wollten sich von den beiden Dozenten am Samstag das gewisse Etwas der Egerländer Musik beibringen lassen. Und wer gedacht hatte, da werde Herz-Schmerz-Gesang geboten, der sah sich eines Besseren belehrt. Denn Katharina Praher machte klar, dass beim Singen der Egerländer Stücke die einzelnen Töne nicht mit „Aufschwung“, also „zuigert“, angesteuert werden sollen, sondern klar und direkt. „Diese Musik erfordert direktes Singen“, betonte sie. Dass dabei trotzdem gefühlvoller Gesang herauskommt, wenn man die Texte dementsprechend  interpretiert, das demonstrierten die beiden Lehrer  zwischendrin immer wieder eindrucksvoll selber.

Vor allem aber ging es darum, dass die Workshop-Teilnehmer das richtige Gefühl für den „Egerländer Gesang“ bekommen, was nur durch viel Üben gelingt. Dabei konnten die Musiker neben den neuen Stücken der „Egerländer Musikanten“, die die Dozenten mitgebracht hatten, wie etwa „Egerländer Legende“ oder „Heut‘ spielen die Egerländer“, auch selber gewählte Lieder vortragen, was z. B. ein Frauenduo mit „Im schönen Prag“ tat. Dass dabei die Altstimme einen Solopart ein wenig tiefer sang, als im Original vorgesehen, fand Praher nicht gut, da dadurch der Charakter des Liedes gestört werde.

Bei den neuen Liedern zeigten die Dozenten zunächst, wie diese klingen sollten, und schon ging es los mit dem Singen der einzelnen Stimmen in der Gruppe, wobei Dirk Loris mit der Trompete mitspielte, so dass sich die Sänger an der Melodie „anhalten“ konnten. Zwei-, dreimal wurden so die Einzelstimmen gesungen, dann noch einmal gemeinsam im Duett und schon waren die einzelnen Gesangspaare an der Reihe. Den richtigen Anfangston auf Anhieb haben oder den exakten Zeitpunkt des Einsatzes, war nicht immer leicht, doch die Dozenten halfen dazu, dass die Musiker dies bald intus hatten. Überhaupt lobten sie die Teilnehmer, die engagiert mitmachten und schnell lernten.

Man konnte schon nach kurzer Zeit feststellen, dass die Teilnehmer dieses Workshops viel gelernt hatten und wesentlich sicherer sangen als zuvor. Denn auch die Theorie des Singens und ein passendes Auftreten vor Publikum und mit Kapelle im Hintergrund wurden bei passender Gelegenheit angesprochen. Vor allem aber gehe es darum, für die Zuhörer zu singen, dabei aber sich nicht zu sehr in den Vordergrund zu schieben. Denn eigentlich gehe es um die Musik, der Gesang ist nur Beigabe. So kann wohl bald bei den Konzerten oder Auftritten der NBMB-Kapellen neben schöner bayerisch-böhmischer Blasmusik auch Egerländer Gesang zu hören sein. Denn die Teilnehmer des Workshops „haben Feuer gefangen“.


Von: Holder Hierl, 03.03.2020

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